EnBW Parkhäuser bei Middelhoff abgestellt

EnBW-Chef Utz Claassen treibt die Konzentration auf das Kerngeschäft voran. Nun trennt er sich von der Parkhaustochter Apcoa. Aufkäufer ist die Investmentgruppe Investcorp, für die Ex-Bertelsmann-Chef Thomas Middelhoff aktiv ist.

Stuttgart/London - Der Energiekonzern EnBW  hat den zu seiner Tochtergesellschaft Salamander gehörenden Parkhausbetreiber Apcoa  an die britische Investmentgruppe Investcorp verkauft. Die EU-Kommission habe zuvor grünes Licht für die Übernahme gegeben, hieß es in einer am Donnerstag verbreiteten gemeinsamen Mitteilung beider Unternehmen.

Der britische Investor hat demnach mit Wirkung zum 30. Juni von Salamander gut 98 Prozent der Anteile an Apcoa erworben. Über den Kaufpreis habe man Stillschweigen vereinbart, erklärten die Beteiligten. In Übereinstimmung mit dem deutschen Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes wird Investcorp allen außen stehenden Aktionären der Gesellschaft ein öffentliches Kaufangebot für die verbleibenden Apcoa-Anteile machen.

Die Apcoa-Gruppe ist nach EnBW-Angaben in Europa die Nummer eins bei der so genannten Parkraumbewirtschaftung, wozu unter anderem Parkhäuser oder Tiefgaragen gehören. Im vergangenen Geschäftsjahr habe das Unternehmen mit mehr als 3200 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 400 Millionen Euro erzielt. Die größten Gesellschaften unterhält die Gruppe in Deutschland und England. Darüber hinaus ist Apcoa in neun weiteren Staaten aktiv.

Aufkäufer Investcorp will das Parkgeschäft nun weiter vorantreiben. "Es ist unser erklärtes Ziel, die Stellung von Apcoa als Europas führender Parkraumbewirtschafter langfristig zu sichern und auszubauen", erklärte Thomas Middelhoff, Ex-Chef des Medienkonzerns Bertelsmann und mittlerweile Leiter des Investcorp-Bereichs Unternehmensbeteiligungen in Europa.

EnBW-Chef Utz Claassen hingegen kann den Verkauf als weiteren Sanierungserfolg verbuchen. Der finanziell angeschlagene drittgrößte deutsche Stromversorger hatte 2003 ein Rekorddefizit von 1,1 Milliarden Euro angehäuft. Angesichts der Schieflage hat Claassen dem Unternehmen ein milliardenschweres Sparprogramm verordnet.

Im Zuge dessen will sich Claassen von ursprünglich rund 150 nicht zum Kerngeschäft gehörenden Beteiligungen trennen. Vor allem in der Tochter Salamander AG galt es aufzuräumen. Mitte Januar hat der Konzern dort mit dem Verkauf der Melvo GmbH die Bereinigung der Schuhaktivitäten abgeschlossen. Im vergangenen Jahr hatte Claassen bereits die Salamander Schuh GmbH und die Edelmarke Sioux veräußert.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.