Mitsubishi Motors Verlorenes Vertrauen

Mitsubishi Motors hat im Juni einen der schlimmsten Absatzrückgänge in der japanischen Geschichte erlitten. Auf dem Heimatmarkt wurden fast 65 Prozent weniger Autos verkauft als im Vorjahr. Nun fürchten die Händler um ihre Existenz.

Tokio - Der angeschlagene Autohersteller Mitsubishi Motors musste einen starken Rückgang beim inländischen Verkauf verzeichnen. Der Absatz im Juni fiel nach Angabe der japanischen Vereinigung der Autohändler (JADA) ohne Miniautos um 64,3 Prozent auf 4885 Stück.

Die Zahl der verkauften Miniautos ging ebenfalls um 64,3 Prozent auf 13.107 Stück zurück. Fahrzeuge mit einem Motor mit weniger als 660 Kubikzentimeter zählen zu den so genannten Minis.

Damit schneidet Mitsubishi wieder einmal mit Abstand schlechter ab als alle anderen japanischen Automobilhersteller und kommt nur noch auf einen winzigen Marktanteil. Laut Absatzstatistik, die alle Neuanmeldungen registriert, wurden im Juni japanweit 323.303 neue Wagen verkauft, ein Minus von vergleichsweise harmlosen 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. In der Zahl sind auch Busse und Lkw enthalten, nicht jedoch Kleinstfahrzeuge.

Nach dem Skandal um vertuschte Rückrufaktionen ist der Rückgang offenbar eine direkte Folge des verlorenen Kundenvertrauens in die Marke Mitsubishi. Die Wirtschaftszeitung "Nihon Keizai" zitiert den Mitarbeiter eines Autohauses bei Osaka. Er sagte, Mitsubishi werde gegenwärtig nur noch von den Vorbestellungen der absolut markentreuen Fahrer unterstützt. Direktkäufe bei den Händlern seien rasant zurückgegangen.

Sollte der Mitsubishi-Absatz auch im Juli und damit nach Auszahlung der saisonüblichen Gehaltszuschläge so schwach bleiben, werde es auch für den Fachhandel finanziell eng, so das Blatt.

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