DaimlerChrysler Bangen von Nord bis Süd

Egal ob Bremen, Untertürkheim, Sindelfingen, Wörth oder Mannheim - in den deutschen Werken von DaimlerChrysler sind laut Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm rund 10.000 Arbeitsplätze in Gefahr.

Nürtingen - Zurzeit führe die Unternehmensleitung an allen deutschen Standorten Gespräche. Dabei mache der Konzern Neuinvestitionen davon abhängig, dass die Kosten gesenkt würden. Die Standorte müssten stärker konkurrieren.

Ein Unternehmenssprecher lehnte in Stuttgart eine Stellungnahme zu konkreten Sparmaßnahmen ab. Es sei aber Ziel, die Arbeitsplätze am Standort Deutschland zu sichern. "Dazu brauchen wir ein Entgegenkommen der Gewerkschaft und des Betriebsrats, damit es zu einvernehmlichen und zukunftsfähigen Lösungen kommt."

Betroffen von den Forderungen nach Einsparungen sind den Angaben zufolge die Werke in Bremen, Untertürkheim, Sindelfingen, Wörth und Mannheim. So stehen beispielsweise Standortentscheidungen über den Bau von Varianten der C-Klasse oder die Entscheidung über einen neuen Dieselmotor an. Gesamtbetriebsrat und Unternehmensleitung wollen ihre Gespräche am Freitag fortsetzen. Bei der Mercedes Car Group sind zurzeit in Deutschland rund 94.000 Mitarbeiter beschäftigt.

"Wir lassen uns nicht erpressen"

Klemm, der zugleich auch Vize-Chef des Aufsichtsrats von DaimlerChrysler  ist, sagte, es gehe um die Zukunft der inländischen Werke und um die Arbeitsplätze. "Wir lassen uns nicht erpressen und wir lassen uns auch nicht auseinander dividieren."

DaimlerChrysler fordert den Angaben zufolge beispielsweise eine Verlängerung der Arbeitszeit durch Kürzung von bezahlten Pausen oder die Kürzung von Zuschlägen. Klemm sagte, der Gesamtbetriebsrat werde den Flächentarifvertrag entschlossen verteidigen. Das Gremium wolle mit dem Unternehmen Lösungen suchen, um die Investitionen und Arbeitsplätze zu sichern. Bisher seien beide Seiten schon "heftig unterwegs, um die Flexibilität weiter zu erhöhen".

Der baden-württembergische IG-Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann sagte: "Wir lehnen Lösungen ab, die zur Unterschreitung des Tarifvertrags führen." Vor kurzem hatte das für die Mercedes Car Group zuständige Vorstandsmitglied Jürgen Hubbert gefordert, die Kosten im Werk Sindelfingen zu senken. Unbestätigten Angaben zufolge sollen bei neuen Modellen die Kosten um 500 Euro pro Fahrzeug gesenkt werden.

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