Mannesmann-Prozess Strafmaß-Spekulationen

Die Staatsanwaltschaft will im Mannesmann-Prozess offenbar für einen Teil der Angeklagten mehrjährige Haftstrafen ohne Bewährung fordern. Für andere Angeklagte würden hingegen Bewährungsstrafen verlangt, heißt es in Justizkreisen.

Hamburg/Düsseldorf - Zuvor hatte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) berichtet, dass die Anträge der Staatsanwaltschaft, die gestern den ersten Teil ihres Schlussplädoyers vorgetragen hatte, abgestufte Strafen für Deutsche-Bank-CEO Josef Ackermann, Ex-Mannesmann-Chef Klaus Esser und die vier weiteren Angeklagten vorsehe.

Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf wollte den Bericht der "FAZ" auf Nachfrage von manager-magazin.de nicht bestätigen, auch ein Sprecher des Landgerichts Düsseldorf, dass wegen des schweren Autounfalls des Ackermann-Verteidigers Eberhard Kempf den heutigen Prozesstag abgesagt hatte, wollte sich genau wie die Deutsche Bank  an den Spekulationen nicht beteiligen.

Gestern hatten die Strafermittler ihre Vorwürfe gegen die Angeklagten im Mannesmann-Prozess wiederholt. Demnach hätten sich alle der Untreue in einem besonders schweren Fall oder der Beihilfe dazu schuldig gemacht.

Prozess verzögert sich

Laut Strafgesetzbuch stehen auf diese Taten Haftstrafen von mindestens sechs Monaten und maximal zehn Jahren. Würden die Strafen höher als zwei Jahre ausfallen, könnten sie nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden.

Durch die Unterbrechung verzögert sich der Prozess um eine Woche. Die Staatsanwaltschaft werde nun ihr Plädoyer am Mittwoch kommender Woche abschließen, sagte die Vorsitzende Richterin Brigitte Koppenhöfer. In den darauf folgenden beiden Wochen sollen die Verteidiger der Angeklagten plädieren. Mit einem Urteil ist Ende Juli zu rechnen.

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