Mobilcom Außer Kontrolle

Vor vier Jahren versorgte die SachsenLB Mobilcom-Gründer Gerhard Schmid bereitwillig mit Krediten für ein Bauprojekt. Das Geld musste die Bank teilweise abschreiben. Ein geheimer Untersuchungsbericht enthüllt, wie Schmid die Kreditmanager austrickste.
Von Anne Preissner

Hamburg - Im Jahr 2000 plante der ehemalige Mobilcom-Chef Gerhard Schmid den Bau eines gewaltigen Wohn- und Bürokomplexes an der Kieler Förde - übrig blieb eine Investitionsruine, die demnächst zwangsversteigert werden soll. Wie es zu dem Desaster kam, enthüllt manager magazin in seiner neuen Ausgabe, die am Freitag (25. Juni) erscheint.

Aus einem vom sächsischen Finanzminister unter Verschluss gehaltenen Bericht der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young geht hervor, dass eine Reihe von Mitarbeitern der SachsenLB im Fall Schmid ihre Prüf- und Informationspflichten offenbar sträflich vernachlässigt hatten.

Die Bank zahlte danach Schmid einen Baukredit in Höhe von 102 Millionen Euro aus, ohne auf Verwendungsnachweise zu pochen. Dem Prüfbericht zufolge wurde der mit Schmid ausgehandelte Kreditvertrag nachträglich dahingehend verändert, dass Schmid das Geld ganz legal für Stützungskäufe von Mobilcom-Aktien  verwenden konnte.

Die Wirtschaftsprüfer listen in ihrem Bericht den - mittlerweile ausgeschiedenen - Kreditmanagern der SachsenLB eine Serie von Verstößen gegen bankübliche Regeln auf. 2002 musste das Leipziger Institut 35 Millionen Euro auf sein Schmid-Engagement abschreiben.

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