Credit Suisse "Keine Fusionswelle unter Europas Banken"

Ein Zusammenschluss von Deutscher Bank und Credit Suisse (CS) steht trotz immer wiederkehrender Gerüchte offenbar nicht bevor. CS-Chairman Walter B. Kielholz dämpft im Gespräch mit manager magazin die Spekulationen und erklärt, warum Europas Banken nicht fusionieren.
Von Arno Balzer und Georg Jakobs

Hamburg - Angesprochen auf ein mögliches Bündnis zwischen Deutscher Bank  und dem Finanzkonzern Credit Suisse , sagte Walter B. Kielholz, Verwaltungsratschef der Credit Suisse Group, im Interview mit manager magazin: "Sie könnten eine ähnliche Liste vermeintlicher Vorzüge auch für Fusionen mit etlichen anderen europäischen Instituten aufstellen."

"Es gibt so viele theoretische Kombinationsmöglichkeiten. Aber wenn Sie sich die kulturellen, politischen und institutionellen Risiken solcher Transaktionen anschauen, dann wird Ihnen klar, warum nichts passiert," sagte Kielholz weiter.

Sein Haus werde sich jedenfalls auf keine Fusion einlassen, "nur weil die Vermittler sie herbeireden wollen", so Kielholz im neuen manager magazin, das am Freitag (25. Juni) erscheint. Aus dem Banken-Monopoly will sich die Credit Suisse vorerst heraushalten. "Jetzt wollen wir - abgesehen von kleineren Akquisitionen - erst einmal organisch wachsen", kündigte Kielholz an.

Bewegungen im europäischen Bankensektor

Noch im vergangenen Herbst hatte Co-CEO Oswald Grübel erklärt, der Konzern sei an "substanziellen Akquisitionen" in Deutschland interessiert. Sein Chefkontrolleur betonte nun, man verfolge zwar Bewegungen im europäischen Bankensektor. "Das heißt aber nicht, dass wir hysterisch auf einen großen Deal hinarbeiten", so Kielholz.

An eine rasche Konsolidierung im europäischen Bankensektor glaubt der Schweizer Finanzmanager ohnehin nicht. Eine Welle grenzüberschreitender Fusionen schließe er "mit voller Überzeugung" aus. Es werde vielleicht zu einer oder zwei großen Transaktionen kommen. "Aber dass in absehbarer Zeit vier oder fünf paneuropäische Banken entstehen, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen", sagte Kielholz.

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