WestLB Milliarden von den Sparkassen

Die beiden nordrhein-westfälischen Sparkassenverbände machen den Weg frei für die Kapitalerhöhung. Im Gegenzug sichern sich die öffentlich-rechtlichen Institute die Mehrheit an der Bank.

Düsseldorf - "Die Mehrheit der Sparkassen steht fest", sagte ein Sprecher des Westfälisch-Lippischen Sparkassenverbandes (WLSGV) am Donnerstag. Durch Vereinbarungen unter den Eigentümern sei sichergestellt, dass alle Forderungen des Verbandes im Zusammenhang mit der Kapitalerhöhung erfüllt würden. Auch eine Sprecherin des Rheinischen Sparkassen- und Giroverbandes (RSGV) bestätigte, dass die Sparkassen künftig die Mehrheit an der WestLB halten werden.

Am Vortag hatte der WLSGV bei einer Versammlung in Lüdenscheid offiziell der Ende Mai von den Eigentümern beschlossenen Kapitalerhöhung um insgesamt 1,5 Milliarden Euro zugestimmt. Am kommenden Montag will der RSGV bei einer Verbandsversammlung ebenso seine endgültige Entscheidung formell besiegeln.

Aus Kreisen der WestLB-Eigentümer hieß es gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, die beiden Verbände würden künftig mit jeweils 30,6 Prozent direkt an der WestLB beteiligt sein, zusammen hielten sie somit 61,2 Prozent. Möglicherweise sinke dieser Anteil noch etwas, falls die WestLB im Verlauf eines Streits mit der EU Beihilfen an das Land Nordrhein-Westfalen zurückzahlen müsse. Es sei aber sichergestellt, dass die Sparkassen auch in diesem Falle die Mehrheit behielten.

Die Kapitalerhöhung ist Bestandteil des Sanierungskonzeptes von WestLB-Chef Thomas Fischer. Die Finanzspritze gilt als eine wichtige Voraussetzung, um das Geldinstitut auch nach dem Wegfall der Staatshaftung 2005 konkurrenzfähig zu halten.