Volkswagen Bangen um China

Angesichts des Verlustes von Marktanteilen hadert Volkswagen-Primus Bernd Pischetsrieder mit dem China-Geschäft. Die von Vorgänger Ferdinand Piech angeschobene Polo-Produktion im Reich der Mitte bezeichnet er als "Fehler". Nun soll der Skoda Octavia die Präsenz der Wolfsburger stärken.

Hamburg - Der Wolfsburger Autokonzern Volkswagen  will in China seine Verluste von Marktanteilen offenbar durch den Verkauf von Modellen der Tochtergesellschaft Skoda eindämmen. Die Einführung des Skoda Octavia würde helfen, die enttäuschenden Verkaufszahlen des VW Polo auszugleichen, sagte VW-Vorstandschef Bernd Pischetsrieder der "Financial Times Deutschland" (FTD).

"Ehrlich gesagt war es die völlig falsche Entscheidung, den Polo in China einzuführen", erklärte Pischetsrieder. Der Markt wolle ein "einfaches, großes Auto" und der Polo sei ein komplexer Kleinwagen.

Die Entscheidung, den Polo in China zu produzieren, wurde unter dem damaligen Vorstandschef und heutigem Aufsichtsratschef Ferdinand Piech getroffen. Seither hat sich der Marktanteilsverlust von Volkswagen  beschleunigt. In den ersten vier Monaten 2004 ist er auf Jahressicht von 32,5 auf 26,4 Prozent gesunken.

Volkswagen hoffe mit dem Octavia, einer Familienlimousine im niedrigen Preissegment auf Basis des VW Golf, den Negativtrend umkehren zu können, schreibt die "FTD" weiter. "Wir wollen die 30 Prozent Marktanteil halten", erklärte Pischetsrieder.

Außerdem stehe VW kurz vor der Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens mit dem chinesischen Fahrzeughersteller First Automotive Works, das schwere Nutzfahrzeuge herstellen soll, fügte der VW-Chef hinzu.