HVB Rampls Angebot an die Fraspa

Wenn sie komplett zu haben ist, würde HVB-Chef Rampl für die Frankfurter Sparkasse mitbieten. Einen Zusammenschluss unter den großen deutschen Privatbanken hält er dagegen für "sehr schwer". In Osteuropa könne man schon eher zum Zuge kommen. Rampl nennt ein Land, das er für besonders verheißungsvoll hält.

München - Die HypoVereinsbank (HVB) hat den Sinn eines Zusammenschlusses von großen deutschen Privatbanken angezweifelt. "Ich will einen großen Konsolidierungsschritt auf der Privatbankenseite innerhalb Deutschlands nicht ausschließen, aber er ist sehr schwer", sagte HVB-Chef Dieter Rampl der Nachrichtenagentur Reuters. Stattdessen sehe sich die Bank für eine weitere Expansion nach kleineren Übernahmen um. Rampl machte klar, um eine richtige Konsolidierung zu erreichen, müsse auch der Sparkassensektor mit einem Marktanteil von etwa 50 Prozent eingeschlossen sein, auch wenn dies eine längere Zeit dauere.

Als Möglichkeit für einen Zukauf für die HVB nannte Rampl die Frankfurter Sparkasse (Fraspa), sofern diese komplett zum Verkauf stünde. "Wir würden bieten, aber nicht nur für die 40 Prozent der Stadt (Frankfurt)", sagte er. Rampl sagte, Zukäufe mit ein bis zwei Millionen Kunden könnte die HVB in ihren IT-Systemen kostengünstig schultern.

Der Verkauf der viertgrößten deutschen Sparkasse an eine Privatbank gilt bislang aber als unwahrscheinlich, die Bank wird zu 60 Prozent von einem Zusammenschluss von mehr als 300 Frankfurter Bürgern gehalten. "Eine Übernahme ist wohl eher ein frommer Wunsch, das Drei-Säulen-System von Sparkassen, Genossenschafts- und Geschäftsbanken in Deutschland aufzubrechen", kommentiert Analyst Konrad Becker von der Privatbank Merck Finck.

Da sich die großen Privatbanken mit einer Fusion untereinander offensichtlich schwer täten, sei die Übernahme einer Sparkasse eine strategische Option, um im Filialgeschäft zu wachsen. "Da die Fraspa nur zu 40 Prozent dem Staat gehört, sehen die Geschäftsbanken hier wahrscheinlich bessere Chancen als bei anderen Sparkassen".

"Klarer Fokus": Österreich, Zentral- und Osteuropa

Rampl bekräftigte zudem, er sehe in Osteuropa weitere Möglichkeiten für Zukäufe. "Zum Beispiel wird sich in Rumänien sicher einiges tun", sagte er. Die HVB hält nach dem Börsengang der Bank Austria noch 77,5 Prozent der Anteile. "Österreich und die Wachstumsmärkte in Zentral- und Osteuropa sind ein klarer Fokus dieser Bank. Und deswegen gebe ich diese Position nicht auf."

Bankenexperten und die Branche selbst halten eine Konsolidierung in der stark zersplitterten und von dem öffentlich-rechtlichen Sektor dominierten Bankenlandschaft in Deutschland für unabdingbar. In der Vergangenheit war mehrfach über ein Zusammengehen der Commerzbank mit der HVB spekuliert worden. Rampl hatte den Sinn eines solchen Schrittes aber in Frage gestellt. Der private Bankensektor hatte sich mehrfach dafür ausgesprochen, dass auch Übernahmen im Sparkassensektor für private Banken möglich werden müssten.

Rampl will mehr als sieben Prozent Marktanteil

"Über längere Zeit hinweg ist eine Konsolidierung in Deutschland unumgänglich. Dafür reicht es aber nicht, den Marktanteil von vier auf sechs bis sieben Prozent zu erhöhen", sagte Rampl und deutete damit an, dass größere Schritte nötig sind. HVB und Commerzbank kommen im Privatkundengeschäft in etwa auf einen Marktanteil von zusammen sieben Prozent. Rampl machte klar, um eine richtige Konsolidierung zu erreichen, müsse auch der Sparkassensektor mit einem Marktanteil von etwa 50 Prozent eingeschlossen sein, auch wenn dies eine längere Zeit dauere.

Der Prozess könne durchaus auch vom Sparkassensektor ausgehen, sagte der HVB-Chef, der die zweitgrößte deutsche Geschäftsbank seit seinem Amtsantritt vor knapp anderthalb Jahren umstrukturiert, die operativen Erträge in Milliardenumfang verbessert und die Bilanz mit hohen Abschreibungen bereinigt hat. "Wenn einige große Sparkassen fusionieren, sind diese gemeinsam so groß wie die HVB in Deutschland", sagte er. Ein Zusammengehen mit einer der großen Landesbanken mache für die HVB allerdings keinen Sinn, da dies im Privatkundengeschäft keinen Fortschritt für die HVB bringen würde. "Da ist für uns keine Musik drin."

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