Siemens Abkehr vom Sparkurs

Durch das Renommée von Siemens und starke Serviceleistungs-Pakete könnte der deutsche Elektronikkonzern auf dem US-Markt zu einem wesentlich größeren Player werden. Dieser Meinung ist USA-Chef George Nolen und gibt deshalb nun eine neue Richtung vor. Investieren und expandieren, lautet seine Strategie.

München - Nach Jahren der Konsolidierung will sich Siemens  in den USA jetzt auf Wachstum konzentrieren. Gerade im lukrativen Service-Bereich sehe er große Chancen, sagte der neue USA-Chef George Nolen der Mitarbeiter-Zeitung "SiemensWelt".

Jedem Produkt müsse ein Service-Paket zugeordnet werden, das gemeinsam mit diesem vermarktet und vertrieben wird. Auch bei der Stärkung der Marke Siemens gebe es in den USA noch Nachholbedarf. "Diese wertvolle Ertragsquelle müssen wir weiter ausbauen", sagte Nolen, der seit Anfang des Jahres an der Spitze von Siemens in den USA steht.

In den vergangenen drei Jahren habe sich Siemens USA sehr stark auf die Bereinigung seines Marktanteils und die Steigerung der Profitabilität fokussiert, sagte Nolen. "Und hier haben wir uns ausgezeichnet geschlagen." Nun solle die Wachstumsstrategie ausgebaut werden. Siemens hat in den vergangenen zehn Jahren seinen US-Umsatz zwar deutlich gesteigert. Die Region ist aber noch immer unterrepräsentiert. Der Konzern machte im vergangenen Geschäftsjahr 21 Prozent seiner Erlöse in den USA. Auf die Vereinigten Staaten entfallen aber zum Beispiel 32 Prozent des Weltelektro- und Elektronikmarkts.

Im Servicegeschäft, das Nolen ausbauen will, verdient Siemens bessere Margen als im Schnitt beim Verkauf von Produkten. "In den USA entfallen rund 20 Prozent unseres Volumens auf Service-Leistungen - zu unserem Gewinn steuern diese jedoch ungefähr die Hälfte bei." Zudem bringe das Service-Geschäft eine gewisse Konstanz, weil "man auch in den härtesten Zeiten von uns die fortgesetzte Bereitstellung von Serviceleistungen verlangen wird".