Siemens "Ziemlich optimistisch" für Transrapid Nr. 2

Siemens will im Reich der Mitte ordentlich Geld verdienen. In den kommenden Jahren plant Konzernchef Heinrich von Pierer daher, eine Milliarde Euro in China zu investieren. Ein Gutteil davon soll in weitere Transrapid-Strecken fließen.

Schanghai - Siemens  sieht weiter große Chancen auf den Bau einer weiteren Transrapidstrecke in China. "Ich bin ziemlich optimistisch, dass wir ein Anschlussprojekt bekommen werden", sagte Siemens-Chef Heinrich von Pierer am Montag in Schanghai.

Am wahrscheinlichsten sei nach wie vor der Bau einer 180 Kilometer langen Transrapidtrasse von Schanghai nach Hangzhou. Ein Zuschlag für die Strecke Peking-Schanghai sei dagegen unwahrscheinlich.

Siemens hat die Magnetschnellbahn gemeinsam mit dem Industriekonzern ThyssenKrupp  entwickelt. Peter Wiegelmann, Sprecher des Joint Ventures "Transrapid International" ("TRI") in Berlin, sagte dazu im Gespräch mit manager-magazin.de, man sei "sehr zuversichtlich gestimmt, dass es in China zu weiteren Transrapid-Strecken kommt". Die Entscheidungen über Baubeginn und Inbetriebnahme lägen aber bei der chinesischen Regierung.

Schwebebahn für München ab 2006

Mit einem Baubeginn ab 2006 rechnet TRI laut Wiegelmann für die geplante Transrapid-Strecke am Münchener Flughafen. Von der Bayerischen Magnetbahnvorbereitungsgesellschaft mbH (BMG) werde gerade das Planungsverfahren vorbereitet, das im kommenden September beginnen soll.

Höhere Investitionen will Siemens aber in China tätigen: In den kommenden drei bis fünf Jahren mehr als eine Milliarde Euro, sagte Vorstandschef von Pierer. Im selben Zeitraum solle der Umsatz des Konzerns dort von derzeit rund vier Milliarden Euro verdoppelt werden.

Bislang haben die Münchener 5,4 Milliarden Euro in dem asiatischen Land investiert. Die Zahl der Niederlassungen werde von heute 28 auf 60 wachsen, um in allen chinesischen Provinzen präsent zu sein, sagte von Pierer.

Marktanteil bei Handys verdoppeln

Marktanteil bei Handys verdoppeln

"Der Wettbewerb in China wird immer härter", sagte er weiter. Der gestiegene internationale Druck und die beeindruckende Aufholjagd chinesischer Unternehmen machten dem Konzern zu schaffen. So hatte Siemens etwa im Bereich der Mobiltelefone in den vergangenen Jahren mehr als die Hälfte seines Marktanteils an lokale Hersteller verloren und liegt heute den Angaben zufolge bei 4 bis 5 Prozent.

Vor allem über die Zusammenarbeit mit Ningbo Bird, einer der größten Handy-Hersteller Chinas, soll der Absatz von Siemens-Telefonen gesteigert werden. Der Anteil am Handymarkt solle innerhalb von drei Jahren auf 8 bis 10 Prozent verdoppelt werden, kündigte der Siemens-Chef an. Die chinesische Produktionskapazität für Handys werde in diesem Jahr auf 20 Millionen ausgebaut. Im vergangenen Jahr fertigte Siemens 14 Millionen Handys in China.

Siemens feiert derzeit in Shanghai sein hundertjähriges Jubiläum. Der Konzern hatte 1904 in der Wirtschaftsmetropole seine erste Niederlassung in China gegründet.