Sanierung Lottomillionär rettet Arbeitgeber

Viele Lottomillionäre freuen sich darüber, dass sie in ihrem Leben nie wieder arbeiten müssen. Ein 45 Jahre alter Bauarbeiter aus Mönchengladbach sieht das etwas anders: Er will mit seinem Millionengewinn das Unternehmen retten, für das er arbeitet.

Mönchengladbach - Der Familienvater hatte in dieser Woche beim Mittwochslotto 6,6 Millionen Euro gewonnen. Da das mittelständische Bauunternehmen, bei dem er beschäftigt ist, vor der Insolvenz steht, entschloss sich der millionenschwere Mitarbeiter zu einer Finanzspritze, teilte die Westdeutsche Lotterie GmbH am Freitag mit. Noch bevor er sich bei der Lottozentrale meldete, weihte der Polier seinen Arbeitgeber in den Sanierungsplan ein: "Ich wollte meine Zukunft zunächst mit meinem Chef besprechen", erklärte er.

Damit sichert der 45-Jährige seinen eigenen sowie 15 weitere Arbeitsplätze. Zukünftig will er als Teilhaber des Unternehmens fungieren. Mit Hilfe der Lottomillionen sollen der Schuldenberg der Firma abgetragen und der Maschinenpark modernisiert werden. Seinen Kollegen will der Bauarbeiter nichts von seinem Gewinn und seiner Rettungstat erzählen.

Ob er mit seinem finanziellen Engagement allerdings für einen langfristigen Erfolg des Unternehmens sorgen kann, ist ungewiss. Mit 271 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen ist das Baugewerbe nach wie vor besonders anfällig für Pleiten. Im vergangnen Jahr mussten in Deutschland 8697 Baufirmen die Tore schließen.

Bei allem Arbeitseifer: Auch die Familie des Mannes geht nicht ganz leer aus. Gemeinsam mit seiner Ehefrau und seinen beiden Söhnen will er im Sommer zu den Olympischen Spielen nach Athen reisen. Dass ihm sein Chef den Urlaub bewilligt, gilt als sicher.

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