Deutsche Post Punktsieg in den USA

Der deutsche Logistiker hat in den USA einen weiteren Erfolg gegen die amerikanischen Konkurrenten errungen. Seit Jahren liefert sich die Deutsche Post einen erbitterten Kampf mit UPS und FedEx um die Weltmarktführerschaft.

Washington/Hamburg - Aus seinem direkten Draht zur US-Administration macht Klaus Zumwinkel kein Geheimnis. "Wir haben sehr gute Beziehung zum Pentagon", sagte der Post-Chef Anfang des Jahres. Auch das US-Verkehrsministerium ist dem deutschen Logistikkonzern offenbar wohl gesonnen. Die Behörde hat sich am Donnerstag gegen die von den US-Paketzustellern FedEx  und United Parcel Service (UPS)  geforderte Überprüfung der Besitzverhältnisse der Lufttransportgesellschaft Astar Air Cargo entschieden.

Die Airline darf künftig weiter Fracht für die von der Post  kontrollierte DHL Worldwide Express befördern. Damit verbuchte die Post einen weiteren Erfolg in dem mit harten Bandagen ausgefochtenen Kampf gegen die US-Konkurrenten.

Bereits seit Jahren ist das Verhältnis zwischen der Post und den US-Wettbewerbern von tiefer Abneigung geprägt. Konzernchef Zumwinkel will bis 2005 Weltmarktführer werden. Die Amerikaner schauen dabei nicht tatenlos zu. Schon 1994 beschwerte sich UPS in Brüssel, weil die Post ihre Päckchensparte unzulässig subventionieren würde. Mit Erfolg: Die EU-Kommission verdonnerte die Deutschen zu einem Bußgeld von 850 Millionen Euro.

US-Unternehmen führen erbitterte Abwehrschlacht

Trotz aller Querschüsse sahen sich FedEx und UPS zuletzt von der Post in ihrem amerikanischen Heimatmarkt attackiert. Seit Jahren führen sie daher eine erbitterte Abwehrschlacht gegen den deutschen Konzern. Vorläufiger Höhepunkt war die Übernahme des drittgrößten US-Expressdienstes Airborne und der dazugehörigen Fluggesellschaft, die später unter dem Namen Astar ausgegliedert wurde, durch die Post im vergangenen März.

Die US-Unternehmen protestierten lautstark in Washington gegen das Geschäft. Die Voraussetzungen für eine Entscheidung gegen die Post waren günstig, denn das deutsch-amerikanische Verhältnis war angesichts unterschiedlicher Positionen zum Irak-Konflikt an einem Tiefpunkt angelangt.

FedEx und UPS argumentierten, dass eine amerikanische Fluggesellschaft nach US-Recht von Amerikanern kontrolliert werden muss. Der Präsident und zwei Drittel des Verwaltungsrates und anderer Spitzenmanager müssen Amerikaner sein. Es müssen außerdem mindestens 75 Prozent der stimmberechtigten Aktien von US-Bürgern kontrolliert werden oder sich in ihren Besitz befinden.

Tatsächlich aber, so die erbosten US-Logistiker, hat mit der Post ein ausländisches Unternehmen das Sagen bei Astar. Dabei hatte Post-Chef Zumwinkel wohl wissend um die Gefahr die Minderheitsbeteiligung an der Fluggesellschaft an eine Investorengruppe um Astar-Chef John Dasburg verkauft.

Für die Amerikaner änderte das wenig. "Das ist eine Mischung aus Unterwerfung und Verwirrspiel", wetterte UPS-Chef David Bolger über die Beteiligungsstruktur. Fortan agitierten UPS und FedEx hauptsächlich gegen die einseitige wirtschaftliche Abhängigkeit Astars von DHL-Aufträgen.

Die Rechnung ging indes nicht auf. Bereits im Dezember 2003 entschied ein Verwaltungsgericht, dass von einer Kontrolle durch die Post bei Astar keine Rede sein könne. Dieser Linie folgte jetzt das Verkehrsministerium.

Das Gericht hatte entschieden, dass das Beweismaterial keine Astar-Kontrolle durch Ausländer zeige. Alle Verwaltungsratsmitglieder und Spitzenmanager seien US-Bürger. Die Aktien der Gesellschaft seien ebenfalls voll im Besitz von Amerikanern.

Die zuständigen Richter hatten damals außerdem befunden, dass die Verträge zwischen Astar und DHL Worldwide Express Astar finanzielle und sonstige Garantien geben, die für DHL jegliche potenzielle Möglichkeit über eine Kontrolle von Astar ausschließen.

Noch eine Chance, die Post über Astar ins Abseits zu drängen, scheint es für UPS und FedEx nicht zu geben. Dies sei die endgültige Entscheidung, erklärte das US-Verkehrsministerium.

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