Karstadt Eine Frage der Zeit

Die schlechten Zahlen bei KarstadtQuelle haben laut einem Pressebericht gravierende Folgen für die Kaufhaus-Sparte. Tausende von Stellen mehr als bisher geplant sollen demnach wegfallen, Verhandlungen mit Betriebsräten stockten. Karstadt dementiert einen erhöhten Sparzwang - zumindest in Bezug auf das Jahr 2004.

Frankfurt/Hamburg - Wolfgang Urban, Vorstandschef von KarstadtQuelle , will die Fixkosten im Konzern und insbesondere in der Kaufhaus-Sparte senken. Durch das Programm "Challenge" soll die Bilanz wieder positiver werden. Unter anderem auf Grund der Konsumzurückhaltung stellte Helmut Merkel, Vorstandschef bei Karstadt (Kaufhaus) während einer Versammlung mit den Betriebsräten im Februar fest: "Der Druck ist da, wir müssen handeln."

Vom Betriebsrat wurde wenig später das Einspar-Volumen für die Karstadt AG beziffert: 140 Millionen Euro Kosten insgesamt, das darin enthaltene Sparziel beim Personal wurde mit 75 Millionen Euro im Jahr 2004 angegeben. Umgerechnet auf das Durchschnittsgehalt entspräche dies einer Anzahl von 3000 Stellen, so der Betriebsrat weiter.

Die "Lebensmittel-Zeitung" berichtet in ihrer heutigen Ausgabe, dass diese Zahl mittlerweile auf theoretische 5500 Stellen angeschwollen sei. "Das hat nichts mehr mit dem ursprünglich angedachten Beschäftigungspakt zu tun", wird ein Arbeitnehmervertreter zitiert.

Entlassungen im administrativen Bereich

"Seit Februar hat sich an den Eckdaten für das Programm 'Challenge' nichts geändert", sagte dagegen Elmar Kratz, Sprecher der Warenhaus-Sparte von Karstadt, gegenüber manager-magazin.de. Durch flexible Arbeitszeitmodelle und möglicherweise zeitlich begrenzte Einschnitte bei den freiwilligen Leistungen des Unternehmens wolle man Einsparungen vornehmen. "Wir wollen nach wie vor die Kosten senken, ohne Stellen im Verkauf zu kündigen", so Kratz weiter. Zu Entlassungen könne es allerdings im administrativem Bereich, wie beispielsweise in der Hauptverwaltung, kommen.

Die Gespräche über Sparmaßnahmen mit den Arbeitnehmervertretern seien entgegen anderer Berichte "nicht ins Stocken geraten". Karstadt hoffe vielmehr, noch im Mai ein abschließendes Verhandlungsergebnis zu erreichen. Ob es neue oder veränderte Planungen für das Jahr 2005 gibt, kommentierte Kratz nicht. Ebensowenig äußerte er sich zur Meldung, dass die Verträge der Karstadt-Vorstandsmitglieder Rolf Pohl (45) und Klaus Appelhoff (52), die Mitte kommenden Jahres auslaufen, nicht verlängert werden.

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