Tchibo Kaffee mit Creme

Das Kaffee-Geschäft ist im Tchibo-Imperium längst nicht mehr die Nummer eins. Der Hamburger Konzern macht seine Umsätze mit allerlei Alltagsgeräten und seit neuestem auch mit Beiersdorf-Produkten. Die Mehrheitsbeteiligung an dem Nivea-Hersteller lieferte Tchibo jetzt positive Quartalszahlen.

Hamburg - Handelskonzern Tchibo hat dank seiner Mehrheitsbeteiligung am Kosmetikhersteller Beiersdorf  das Wachstum beschleunigt. Die gemeinsamen Umsätze legten im ersten Quartal 2004 um 7 Prozent auf 1,964 Milliarden Euro zu.

Der Beiersdorf-Konzern, an dem Tchibo 50,46 Prozent hält, werde 2004 erstmals voll in der Bilanz konsolidiert, sagte der Vorstandschef der Tchibo Holding AG, Dieter Ammer, am Donnerstag in Hamburg. Als Gruppe ist Tchibo ein Unternehmen mit rund acht Milliarden Euro Umsatz und mehr als 26.000 Mitarbeitern.

Mit dem Konzernbereich Kaffee, der auch den Verkauf von Gebrauchsgütern, Reisen, Autos und Finanzdienstleistungen umfasst, strebt Ammer 2004 zweistellige Wachstumsraten bei Umsatz und Ertrag an. Im ersten Quartal stiegen die Erlöse um 14 Prozent auf 787 Millionen Euro. Das Ergebnis habe verglichen mit dem Vorjahreszeitraum noch stärker zugelegt, sagte Ammer.

Für den Jahresertrag sei die Entwicklung der seiner Meinung nach 50 Cent unterbewerteten Kaffeepreise ausschlaggebend. Dennoch verdiene Tchibo auch mit dem Kaffeegeschäft Geld. Das Gros des Umsatzes entfällt aber auf das übrige Warenangebot. 2003 verzeichnete Tchibo einen um ein Drittel auf 303 Millionen Euro gestiegenen Gewinn bei 3,3 Milliarden Euro Umsatz.

Bedarf an Zukäufen gedeckt

Tchibo hat nach den Worten von Ammer keinen Bedarf an Zukäufen im großen Stil. "Wir wollen erst einmal unser eigenes Wachstumspotenzial ausschöpfen." Das sieht Ammer in den Vertriebskanälen von der Filiale bis zum Internet ebenso wie im Produktangebot und in den weltweiten Regionen.

Der größere Teil der Akquisitionspläne liege wahrscheinlich bei Beiersdorf, sagte Ammer. Für mögliche Zukäufe stehen nach seiner Darstellung in den Unternehmen insgesamt rund 3,5 Milliarden Euro zur Verfügung.

Beiersdorf übertriff die Erwartungen

Mit der Mehrheit an Beiersdorf sieht sich Tchibo für die Zukunft "hervorragend aufgestellt". Der Nivea-Hersteller hat Umsatz und Ergebnis im ersten Quartal stärker gesteigert als erwartet. Wie der Konzern am Donnerstag mitteilte, legte der Umsatz um 3,8 Prozent auf gut 1,17 Milliarden Euro zu. Bereinigt um Wechselkursveränderungen liege das Plus bei 6,5 Prozent. Das Ergebnis nach Steuern stieg gegenüber dem Vorjahreswert um fünf Millionen auf 88 Millionen Euro.

Nach ersten Einschätzungen von Börsianern übertraf Beiersdorf damit die Analystenprognosen deutlich. Das gelte nicht nur für den Nachsteuergewinn, sondern auch das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit), das nach Unternehmensangaben von 127 Millionen auf 137 Millionen Euro zulegte.

Eine konkrete Prognose für das Gesamtjahr vermied Beiersdorf. Es werde ein bereinigtes Umsatzwachstum deutlich über der Wachstumsrate des Vorjahres erwartet, bekräftigten die Verantwortlichen frühere Aussagen. Dabei solle die Umsatzrendite den Vorjahreswert erreichen.

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