Ölpreis Außer Kontrolle

Der Ölpreis steigt weiter und ein Ende der Hausse ist nicht absehbar. Nachdem Anfang der Woche Äußerungen aus der Opec über eine Erhöhung der Fördermengen kurzfristig für Entspannung sorgten, sieht die Organisation nunmehr kaum Möglichkeiten, die Preisexplosion einzudämmen.

Wien - Der Preis für Rohöl ist weiter rapide gestiegen. Wie das Sekretariat der Organisation der Erdöl exportierender Länder (Opec) am Donnerstag in Wien mitteilte, lag der Korbpreis für die sieben wichtigsten Rohölsorten des Kartells am Mittwoch bei 36,74 Dollar pro Barrel (159 Liter). Das waren 1,17 Dollar mehr als am Vortag.

Nach Opec-Angaben stieg der Preis für Rohöl zur Lieferung im Juni an der New Yorker Börse um 71 Cents auf 40,77 Dollar und lag damit so hoch wie seit Herbst 1990 nicht mehr. Analysten machen weiter die schwierige Versorgungslage in den USA für die steigenden Preise verantwortlich.

Am Mittwoch hatte zudem die Internationale Energie Agentur in Paris darauf hingewiesen, dass der Ölverbrauch so schnell wie seit acht Jahren nicht mehr wachse. Die Erholung der Weltwirtschaft sei in Gefahr, wenn die Förderländer nicht zusätzliche Mengen produzieren würden.

Anfang der Woche hatten Äußerungen des saudischen Ölministers Ali el Naimi für eine kurze Beruhigung gesorgt, der seinerseits eine Erhöhung der Fördermengen nach dem Treffen der Opec-Minister am 3. Juni in Beirut gefordert hatte. Inzwischen hat die Opec allerdings erklärt, dass die Fördermenge der Mitgliedsstaaten bereits deutlich über der offiziellen Marke von 23,5 Millionen Barrel pro Tag liegt.

Auch der Präsident der Organisation, der indonesische Ölminister Purnomo Yusgiantoro, hält die Möglichkeiten der Organisation zur Preissenkung für begrenzt. Er wies darauf hin, dass die unsichere Lage im Mittleren Osten und Spekulation die Ölpreise treiben würden. "Alle die Faktoren sind außerhalb der Kontrolle der Opec", sagte der Minister am Donnerstag in Jakarta.

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