Deutsche Post Postbank wird nicht verkauft - IPO kommt

Während Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann auf einem Symposium in St. Gallen weilt, hat die Deutsche Post in einer offiziellen Erklärung einen Verkauf der Postbank an den deutschen Branchenprimus ausgeschlossen.

Bonn/Frankfurt - Die Deutsche Post  will auch nach dem Börsengang der Postbank am 21. Juni dauerhaft eine Mehrheitsbeteiligung an der Tochter halten. Das teilte die Post am Donnerstag in Bonn mit. Damit ist ein Verkauf der Postbank an die Deutsche Bank , über den in den vergangenen Tagen wiederholt spekuliert wurde, offenbar endgültig vom Tisch. Der Vorstand der Deutschen Post habe sich "in den vergangenen Tagen mit verschiedenen strategischen Fragen und Sachverhalten" befasst, hieß es weiter. Ob es dabei auch um ein Gebot für die Postbank ging, teilte das Unternehmen nicht mit.

Die Post stellte zudem klar, dass es außerhalb des Börsengangs keinen Verkauf weiterer Anteile an in- oder ausländische Investoren geben werde. Dies schließe Kreditinstitute und andere strategische Investoren ein. Gleichzeitig halte die Post an den Konsortialführern Deutsche Bank und Morgan Stanley  sowie den übrigen Konsortialbanken bei der Durchführung des Börsengangs fest.

Die Tageszeitung "Die Welt" hatte am Donnerstag berichtet, die Post wolle der Deutschen Bank wegen ihrer Übernahmeabsichten das Mandat für den Börsengang möglicherweise entziehen. Dem Vernehmen nach seien zuvor mehrere Mitglieder des Post-Vorstands unter Leitung von Konzernchef Klaus Zumwinkel zusammengekommen, um über die Mandatsfrage zu entscheiden.

Verhandlungen "gemeinsam beendet"

Wie die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf informierte Kreise meldet, gab es Verhandlungen mit der Deutschen Bank über eine Übernahme der Postbank. Sie seien aber "gemeinsam beendet" worden. Woran eine Übernahme von Teilen der Postbank oder auch ein Komplettkauf scheiterte, blieb zunächst unklar.

Die Deutsche Bank wollte sich zuvor weiterhin nicht zu einem möglichen Übernahmeangebot für die Postbank äußern. Ein Sprecher dementierte am Donnerstag Medienberichte, wonach Vorstandssprecher Josef Ackermann am Rande einer Veranstaltung im schweizerischen St. Gallen ein solches Angebot ausgeschlossen habe. "Wir bleiben dabei, keine Stellungnahme abzugeben", sagte der Sprecher in Frankfurt.

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