Allianz SEC klagt gegen Allianz-Tochter

Die SEC attackiert Töchter der Allianz/Dresdner-Vermögensverwaltung in den USA. Fonds sollen dort dubiose Geschäfte mit institutionellen Investoren zu Lasten ander Anleger betrieben haben. In der Münchener Konzernzentrale versteht man die Aufregung nicht.

New York - Die amerikanische Börsenaufsicht SEC hat drei US-Töchter des Versicherers Allianz  verklagt. Wie die SEC mitteilte, richten sich die Klagen gegen Adam-Investmentfonds wegen des Verdachts auf Betrug an Anlegern. Drei Töchter der Allianz Dresdner Assett Management (Adam) haben Geschäfte mit dem Hedge-Fonds Canary Partners zu Ungunsten der Anleger betrieben, hieß es. Ein Adam-Sprecher erklärte gegenüber manager-magazin.de, dass die SEC-Klage exakt den Vorwürfen entspräche, die vor einem Vierteljahr bereits seitens des Generalstaatsanwalts von New Jersey erhoben wurden. Der entstandene Schaden sei längst erstattet worden,

In der SEC-Klage richten sich die Vorwürfe gegen die Pimco-Firmen Pimco Advisors Fund Mgt., PEA Capital und Pimco Advisors. Nicht betroffen sind dagegen Anleiheprodukte von Pimco. Der kalifornischeVermögensverwalter Pimco ist Teil der Allianz Vermögensverwaltungssparte.

Der Vorwurf in allen Fällen lautet, dass die Pimco-Gesellschaften dem Hedge-Fonds Canary so genanntes Market-Timing erlaubten. Dabei nutzen Hedge-Fonds-Manager Bewertungsunterschiede in den Zeitzonen aus, indem sie häufiger in Aktienfonds ein- und aussteigen. Diese Geschäfte können auf Grund erhöhter Handelskosten und möglicher Verkäufe in steigende Märkte zu Lasten von langfristigen Anlegern gehen.

Adam: "Unsere Warnsysteme haben funktioniert"

Diese Praktiken sind nicht illegal, doch wenden sich die Investmentfonds in ihren Prospekten dagegen. Im Gegensatz zu in Deutschland zugelassenen Investmentfonds, in denen es meist keine Beschränkung für Zeiträume gibt, in denen Anteilseigner kaufen und verkaufen können, sind in vielen US-Fonds kaum mehr als ein Dutzend Trades pro Jahr gestattet. Die Adam-Töchter sind jedoch nicht die ersten Fondsgesellschaften, die mit einem Verfahren dieser Art (Market-Timing) in den USA konfrontiert werden - einige der Prozesse endeten in den vergangenen Monaten mit Vergleichen.

PEA Capital zeigte sich in einer Stellungnahme "enttäuscht darüber, dass die SEC diesen Weg gegangen ist". Man wolle intensiv mit der SEC zusammenarbeiten, um das Problem schnell zu lösen. Adam-Sprecher Christian Lawrence sagte hierzu gegenüber manager-magazin.de: "Unsere Warnsysteme haben in dem angesprochenen Fall funktioniert." Bereits im Oktober 2002 hätten die für die Aufsicht der Fonds verantwortlichen Trustees Canary Kauf und Verkauf von Anteilen untersagt. Eine Kauf-Anfrage seitens Canary im Jahr 2003 sei zurückgewiesen worden. Trotzdem die "Selbstheilungskräfte" der Branche funktionierten, sei entschieden worden, dem Fonds 1,2 Millionen Dollar Cash zuzuführen. Auf diese Summe könne ein möglicher Schaden berechnet werden, der durch die Canary-Trades zu Lasten der Langzeitinvestoren ging.

Lawrence weist zudem darauf hin, dass Canary bei insgesamt vier Fonds der US-Töchter von Adam aktiv war - bei dreien davon hätte der Investor allerdings durch seine Kauf- und Verkaufstaktik Verluste eingefahren. Auch per Saldo endeten die angesprochenen Engagements in der Verlustzone.

Der SEC-Ermittler Stephen Cutler schätzt den beschriebenen Fall ganz anders ein: "Hier zeigt sich ein weiteres Beispiel eines renommierten Vermögensverwalters, der sein Eigeninteresse über das seiner Fondsanleger stellt", erklärte Cutler. Bereits vor Monaten hatte die Vermögensverwaltungstochter der Deutschen Bank  bekannt gegeben, dass es dort ähnliche Vereinbarungen mit Canary Partners gab. Bislang wurde keine Klage gegen die Deutsche Bank eingereicht.

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