Commerzbank Bausteinplan für die Rente

Nach der überraschenden Kündigung des schwer kalkulierbaren alten Betriebsrentensystems zu Jahresbeginn setzt die Commerzbank jetzt auf ein neues Modell. Die Vertreter der 24.000 betroffenen Mitarbeiter zeigen sich zufrieden.

Frankfurt/Main - Nach wochenlangen Verhandlungen haben sich Vorstand und Betriebsrat der Commerzbank am Dienstag auf ein neues Altersvorsorgemodell geeinigt.

Vereinbart wurden Beitragszahlungen, die sich ausschließlich am jeweiligen Jahresgehalt orientierten. Ab 2005 werde auf das neue System umgestellt, wobei die bis dahin erworbenen Ansprüche gesichert blieben. Die Kündigung der Betriebsrenten für die rund 24.000 inländischen Mitarbeiter der viertgrößten deutschen Bank hatte zum Jahresanfang für erhebliche Unruhe gesorgt.

Der neue "Bausteinplan" soll nun die bisherigen Versorgungssysteme ersetzen und bisher erworbene Anwartschaften sichern. Der Vorstand hatte Anfang Januar nach milliardenschweren Wertberichtigungen im vergangenen Jahr die Betriebsrenten gekündigt, was zu heftigen Protesten der Belegschaft führte.

Dynamikbausteine komplettieren das System

Das neue Modell besteht nach Angaben der Commerzbank aus einem beitragsorientierten Rentensystem. Die bisher erworbenen Anwartschaften werden durch einen so genannten Initialbaustein gesichert, der bei den endgehaltsabhängigen Altsystemen durch "Dynamikbausteine" ergänzt wird. Darauf aufbauend erhalten die Mitarbeiter ab 2005 jährliche Versorgungsbausteine, die anhand des beitragsfähigen Einkommens berechnet werden.

Über die Beitragsorientierung und die Kombination aus mehreren Bausteinen sei die zukünftige Rentenleistung für Bank und Mitarbeiter nachvollziehbar, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. Zudem biete die Bank den Mitarbeitern "mit Verrentung, Verratung und Kapitalisierung erweiterte Möglichkeiten für die Auszahlung der Versorgungsleistungen".

"Mit der neuen Betriebsvereinbarung gewinnen wir die von uns angestrebte wirtschaftliche Angemessenheit, bessere Kalkulierbarkeit und Transparenz", erklärte Klaus-Peter Müller, Sprecher des Vorstands. "Der Gesamtbetriebsrat ist zufrieden mit dem Ergebnis. Die bankfinanzierte Betriebsrente bleibt als wichtige Säule der Altersvorsorge für unsere Kollegen erhalten", sagte Uwe Tschäge, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates.