VW/Audi Rückruf für 870.000 Autos

Wegen Mängeln an der Vorderachse werden VW Passats sowie die Audi-Modelle A4, A6 und A8 in die Werkstätten zurückgerufen. Betroffen sind Fahrzeuge, die zwischen 1994 und 1999 vom Band liefen.

Wolfsburg - Europas größter Autokonzern Volkswagen  ruft weltweit 870.000 Fahrzeuge verschiedener Modelle wegen Mängeln an der Vorderachse in die Werkstätten zurück, 410.000 davon in Deutschland.

Betroffen seien Passat-Modelle der Baujahre 1996 bis 1999, Audi A4 und Audi A8-Modelle der Baujahre 1994 bis 1999 sowie Audi A6-Modelle der Baujahre 1997 bis 1999, teilte VW am Mittwoch in Wolfsburg mit. Bei diesen Fahrzeugen könne es bei hoher Kilometerleistung zu Beschädigungen an Gummiabdeckungen an einem Gelenk der Radaufhängung an der Vorderachse kommen.

Weniger als ein Prozent der Modelle betroffen

Hans-Gerd Bode, Leiter der VW-Produkt-Kommunikation, bestätigte gegenüber manager-magazin.de, dass es "in einem hypothetischen Worst Case" zum Abklappen eines Vorderrades kommen könne. Dies sei möglich, wenn der sogenannte Traglenker, an dem das Rad befestigt ist, ganz ausfalle und weitere Verbindungsteile dadurch ebenfalls zerstört würden. "Uns ist allerdings nicht ein einziger solcher Fall aus der Praxis bekannt", ergänzte Bode.

Zur Beschädigung des Traglenkers an den betroffenen Modellen kann es kommen, wenn durch ein Loch im Gummibalg Schmutz und Wasser in das darunter liegende Gelenk eindringen, wodurch beispielsweise Rostschäden auftreten können. Ein "deutlich lauteres und unangenehmes Fahrgeräusch" begleite den beschriebenen Schaden bereits ab einem frühen Stadium, erklärt der VW-Sprecher.

Werkstattcheck binnen 20 Minuten

Bode nennt die Innitiative von VW und Audi nicht Rückrufaktion sondern spricht von einem "kostenlosen Servicecheck". Der mögliche Schaden an den Fahrzeugteilen sei auch nicht tatsächlich sicherheitsrelevant. Weitere Informationen bietet VW unter der kostenlosen Telefonnummer 0800-77-62-332.

Betroffen von dem Verschleiß des Gummibalgs an der Vorderachse seien "wahrscheinlich deutlich unter 1 Prozent" der betroffenen Modelle. Nicht betroffen sind von der Aktion jene genannten Fahrzeugtypen, die seit dem Jahr 2000 auf dem Markt sind.

Selbst bei konservativer Schätzung müsse voraussichtlich nur bei maximal einem Prozent der möglicherweise betroffenen Autos der schadhafte Gummibalg sowie der Traglenker darunter ausgetauscht werden. Die Kosten pro Fall seien mit rund 300 Euro inklusive einer Werkstattstunde zu veranschlagen, was eine Summe von 2,6 Millionen Euro ergeben würde. Sollte es tatsächlich zu einer Überprüfung aller 870.000 potenziell betroffenen Fahrzeuge kommen, erhöht sich die Summe jedoch, denn für den Check an der Vorderachse werden 20 Minuten veranschlagt.

Unter dem Eindruck des Werkstattrückrufs haben Volkswagen-Aktien am Mittwoch kräftig nachgegeben. Die Aktie gab bis 11.45 Uhr um 2,16 Prozent auf 37,18 Euro nach und war damit die zweitschwächste Aktie im DAX.