Tarifstreit Arbeitgeber wollen verschnaufen

Der nächste Tarifstreit kommt bestimmt. Nach Angaben der Arbeitgeber können die 580.000 Beschäftigten der deutschen Chemieindustrie in diesem Jahr kaum mit Lohnerhöhungen rechnen. Gewerkschaftschef Schmoldt will davon nichts wissen.

Berlin - "Die Unternehmen haben drei Jahre Chemie-Stagnation bei gleichzeitigem realen Einkommensplus für die Beschäftigten verkraften müssen. Sie brauchen jetzt eine Verschnaufpause bei den Personalkosten, denn für einen konkreten Chemie-Aufschwung gibt es immer noch keine konkreten Anhaltspunkte", sagte Rüdiger Erkel, Präsident des Bundesarbeitgeberverbandes Chemie, der Zeitung "Die Welt" (Dienstagausgabe).

Der Verteilungsspielraum sei stark geschrumpft. "Deshalb muss die Dynamik der Tariferhöhungen drastisch abgebremst werden", fügte Erkel hinzu.

Ähnlich hatten sich die Chemiearbeitgeber bereits zuvor geäußert. IG-BCE-Chef Hubertus Schmoldt hatte daher bereits vor "tariflichen Verschnaufpausen" oder Nullrunden gewarnt. Die IG BCE werde "nicht ausweichen", falls die Arbeitgeber eine Machtprobe wünschten, hieß es.

Ab Mai wird verhandelt

Die diesjährige Chemie-Tarifrunde beginnt am Dienstag mit Regionalverhandlungen in Hessen. Ab Mai wird auf Bundesebene verhandelt.

Die Industriegewerkschaft Bergbau-Chemie-Energie fordert für die 94.000 Beschäftigten des Landes eine Erhöhung der Einkommen um 3,5 Prozent bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Zudem will sie ein größeres Angebot an Ausbildungsplätzen erreichen.