HypoVereinsbank Stellenabbau im Norden

Der bayerische Finanzkonzern forciert die Einbindung der Vereins- und Westbank. 600 Stellen fallen weg, vor allem im Stabs- und Verwaltungsbereich. Auch der Name Vereins- und Westbank soll nach Presseberichten verschwinden.

Hamburg - Im Zuge der Integration der Vereins- und Westbank (VuW) wird die HypoVereinsbank (HVB) 600 Stellen bei ihrer Hamburger Tochter abbauen. Dies berichteten Konzernkreise gegenüber manager-magazin.de. Bislang hatten die Verantwortlichen von einer hohen dreistelligen Zahl der betroffenen Arbeitsplätze gesprochen.

Die "Börsen-Zeitung" und der Börseninformationsdienst "Czerwensky intern" berichten, dass das entsprechende Umsetzungsmodell dem VuW-Aufsichtsrat am Donnerstag in Hamburg präsentiert werden soll. Im Anschluss findet die ordentliche Hauptversammlung der norddeutschen HVB-Beteiligung statt.

Demnach werden die Einsparungen aus der Vollintegration auf jährlich 70 Millionen Euro beziffert. 40 Millionen Euro entfallen dabei auf Personalkosten. Etwa 30 Millionen Euro könnten durch die Reduzierung von IT- und Sachkosten eingespart werden. Betriebsbedingte Kündigungen sollen vermieden werden. Ende 2003 beschäftigte die Vereins- und Westbank 3839 Mitarbeiter.

Abfindungspreis für VuW-Aktionäre bis Mai

Die Integrationspläne des Münchener Finanzkonzerns waren in Norddeutschland auf heftige Reaktionen und den Widerstand des VuW-Vorstandssprechers Stephan Schüller gestoßen, der inzwischen seinen Posten räumen musste.

Die HypoVereinsbank will mit der Einbindung der VuW den Vertrieb stärken und die Organisationsstruktur optimieren. Filialen sollen nicht geschlossen werden. Betroffen sind jedoch Stellen in den Stabs- und Verwaltungsbereichen.

Für das geplante "Squeeze-out", also das Herausdrängen der verbleibenden freien VuW-Aktionäre mit einer Zwangsabfindung, soll der zuständige Wirtschaftsprüfer bis Mitte Mai einen Abfindungspreis vorlegen, heißt es bei "Czerwensky intern". Außerdem soll der Name "Vereins- und Westbank" schrittweise verschwinden.

Nach der Integration in den Mutterkonzern wird es einen Bereichsvorstand Nord geben. Dieser wird mit dem derzeitigen Vereinsbank-Vorstandsvorsitzenden Stefan Schmittmann sowie mit Vorstandsmitglied Michael Papenfuß besetzt, sagte ein Sprecher der Vereins- und Westbank.