Rentenversicherung Ende der historischen Trennung

Die Bundesregierung will die getrennte Altersabsicherung von Angestellten und Arbeitern beenden. Die Bundesversicherungsanstalt für Angestellte und die Landesversicherungsanstalten sollen zu einer einzigen "Deutschen Rentenversicherung" fusioniert werden.

Berlin - Die Arbeit der Rentenversicherung soll durch ein Zusammenführen der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA) und der Landesversicherungsanstalten (LVA) wirksamer werden. Das Einsparpotenzial beziffert das Bundessozialministerium auf jährlich 350 Millionen Euro. Bislang ist die BfA für die Alterssicherung der Angestellten zuständig, die LVAs für die der Arbeiter.

Eine Sprecherin des Ministeriums bestätigte einen Bericht der "Bild am Sonntag", dem zufolge die historische Trennung von Arbeitern und Angestellten in der Rentenversicherung durch die Bildung einer "Deutschen Rentenversicherung" beendet werden soll. "Vor allem geht es darum, die Arbeit der Rentenversicherung effektiver zu gestalten", sagte die Sprecherin.

Die historisch gewachsene Trennung von Arbeitern und Angestellten sei nicht mehr zeitgemäß. Bei der Zusammenführung der Rentenversicherungsträger gebe es Konsens mit den unionsgeführten Ländern.

Die knapp 75.000 Beschäftigten der Rentenversicherer befürchten durch die Reform einen Wegfall von Arbeitsplätzen. Bei der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA) dürften etwa 4000 der 21.000 Stellen wegfallen, sagte die BfA-Personalratsvorsitzende Fatna Bischhaus der "Bild am Sonntag". Die Ministeriumssprecherin versicherte, betriebsbedingte Kündigungen seien nicht geplant. Die Beschäftigten müssten sich nicht um ihre Arbeitsplätze sorgen.

Das Gesetzgebungsverfahren für die Reform soll der Sprecherin zufolge nun in Gang gebracht werden. Die Änderungen sollen zum 1. Januar 2005 in Kraft treten und schrittweise umgesetzt werden.

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