Otto Zerschlagung bevorzugt

Im Streit um den fallierten US-Händler Spiegel Inc. bleiben die Banken hart. Friedensangebote von Mehrheitseigner Michael Otto lehnten die Institute ab. Nun drohen die Zerschlagung des Unternehmens und eine Klage gegen Otto.

Düsseldorf - Im Streit um den US-Versandhändler Spiegel Inc. rückt eine einvernehmliche Lösung in weite Ferne. Die Gläubigerbanken des zur Hamburger Otto-Familie gehörenden Unternehmens haben zwei Angebote zur Rettung des Unternehmens abgelehnt.

Derzeit sei keine Lösung in Sicht, sagt der Vertreter einer Gläubigerbank in New York dem "Handelsblatt". "Wir sind zuversichtlich, durch eine Zerschlagung von Spiegel und eine Klage gegen Otto unsere Darlehen zu 100 Prozent zurückzuerhalten. Warum sollten wir ein schlechteres Angebot annehmen?"

Die Otto-Familie verhandelt seit Wochen mit amerikanischen und deutschen Banken über die Rettung des Handelskonzerns. Versandhaus-Milliardär Michael Otto kontrolliert 89 Prozent des US-Unternehmens. Zu Spiegel (Jahresumsatz 1,76 Milliarden Dollar) gehören die Bekleidungskette Eddie Bauer und der Kataloghändler Newport News. Seit März steht das Unternehmen unter Gläubigerschutz nach Kapital elf des US-Konkursrechts.

Säumige Gläubiger stürzen Spiegel in die Krise

Spiegel war über das Geschäft mit firmeneigenen Kreditkarten gestolpert. Ohne genaue Prüfung der Bonität konnten die Karteninhaber damit in den Eddie-Bauer-Läden einkaufen und aus den Spiegel-Katalogen bestellen. Die Aktion war ein voller Erfolg. Allerdings konnten bald mehr als 20 Prozent der Kunden ihre Raten nicht mehr bezahlen. Mit Schulden von 1,6 Milliarden Euro musste Spiegel schließlich Gläubigerschutz beantragen.

Der jähe Absturz war für Otto schon unangenehm, doch nun zeichnet sich auch noch ein juristisches Nachspiel ab. Die Gläubiger fühlten sich nicht ausreichend über die Situation des Unternehmens informiert und drohten deswegen mit einer Klage.

Nach Presseberichten hat Clanchef Michael Otto den Banken zwei Angebote unterbreitet, um den Streit zu beenden. Zum einen bot er eine Barabfindung in Höhe von 67 Prozent der Kreditsumme, falls die Geldhäuser auf ihre restlichen Forderungen verzichten. Außerdem hat Otto einen Plan vorgelegt, der neben einer Barquote auch Aktienanteile für die Gläubiger und eine langfristige Refinanzierung vorsieht - wie sich jetzt zeigt, offenbar zu wenig, um die Institute friedlich zu stimmen.

So bleibt Otto nur noch die Hoffnung auf unterschiedliche Strömungen im Gläubigerausschuss. Wie manager-magazin.de aus Finanzkreisen erfuhr gibt es dort unterschiedliche Interessen. Nicht alle Banken bevorzugen demnach eine harte Linie.

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