Siemens IG Metall auf Kollisionskurs

Im Streit mit Siemens um eine mögliche Verlagerung von Werken nach Osteuropa gibt sich die IG Metall kompromisslos. Die Gewerkschaft erwartet vom Management eine klare Abkehr von jeglichen Sparplänen.

Berlin - "Wir akzeptieren weder eine Verlagerung von Jobs ins Ausland noch die 40-Stunden-Woche", sagte die Sprecherin des IG-Metall-Vorstands, Martina Helmerich, der "Berliner Zeitung". Damit erteilten die Arbeitnehmervertreter auch den Alternativvorschlägen von Siemens  eine Absage.

Der Konzern will 10.000 Arbeitsplätze nach Ungarn verlagern, wenn es nicht gelingen sollte, die Kosten anderweitig drastisch zu verringern. Siemens hatte vorgeschlagen, die Standorte in Deutschland dennoch zu erhalten, und im Gegenzug unter anderem eine Erhöhung der wöchentlichen Arbeitszeit auf mindestens 40 Stunden ohne Lohnausgleich sowie die Streichung von Zuschlägen gefordert.

An diesem Mittwoch will die Konzernleitung ihre detaillierten Einsparvorschläge den Belegschaftsvertretern im Wirtschaftsausschuss des Unternehmens vorstellen. Laut Helmerich habe sich IG-Metall-Vizechef Berthold Huber in die Verhandlungen mit der Siemens-Konzernspitze eingeschaltet, um die radikalen Abbaupläne abzuwenden.