Volvo Teure Scheidung

Verzweifelt hatte Volvo nach einem Käufer für seine Scania-Anteile gesucht - vergebens. Jetzt läuft die von der EU verhängte Frist ab, und die Schweden müssen ihre Beteiligung abschreiben.

Göteborg - Der schwedische Lkw-Bauer Volvo muss sein Ergebnis für die vergangenen drei Monate nach unten korrigieren. Auslöser ist der gescheiterte Verkauf von Anteilen am Konkurrenten Scania .

Anstatt des vorher ausgewiesenen Gewinns von 1,589 Milliarden schwedischen Kronen (171,77 Millionen Euro) präsentiert Volvo nun einen Verlust von 2,441 Milliarden Kronen (263,86 Millionen Euro). Das Minus je Aktie beläuft sich nach Angabe des Konzerns im letzten Jahresviertel auf 6,90 Kronen nach einem Plus von 1,50 Kronen im Vorjahr.

Grund für den Rutsch in die roten Zahlen sind Abschreibungen in Höhe von 4,040 Milliarden Kronen auf die Anteile an dem Nutzfahrzeugherstellers Scania sowie an dem britischen Busbauer Henlys Group. Dabei entfielen 3,601 Milliarden auf Scania und 429 Millionen Kronen auf Henlys.

Unerbittliche EU

Volvo-Konzernchef Leif Johansson gab zudem bekannt, dass die verbliebenen Anteile an Scania über die eigens errichtete Tochtergesellschaft Ainax an eigene Aktionäre verteilt werden. Volvo muss nach einer Verfügung der EU-Kommission aus Wettbewerbsgründen bis zum 23. April alle Scania-Anteile abgeben. Johansson bestätigte nach dem Scheitern der Verkaufsbemühungen, dass die EU-Kommission die aus Göteborg erbetene Fristverlängerung für den angestrebten Aktienverkauf verweigert habe.

Im Februar gab Volvo alle B-Aktien - nach schwedischem Recht mit geringen Stimmrechten - für 15 Milliarden Kronen an die Deutsche Bank  als Zwischenhändler ab. Für die verbliebenen A-Aktien konnte der zweitgrößte Lastwagenproduzent der Welt dagegen keinen Abnehmer finden.

Der an Scania ebenfalls beteiligte Volkswagen-Konzern  hatte bereits erklärt, dass er nicht an einer Übernahme der Volvo-Aktien interessiert sei. Auch über den Einstieg der Wallenberg-Gruppe über deren Finanzholding Investor wurde spekuliert.

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