Thomas Cook Beesers Agenda 2004

Thomas Cook kreuzt in schwerer See. Nun erklärte der neue Kapitän Wolfgang Beeser, welchen Ballast er abwerfen will, um wieder auf Kurs zu kommen. So führt die Reise für eine Münchener Tochtergesellschaft direkt ins Hauptquartier nach Oberursel.

Frankfurt am Main - Der angeschlagene Touristikkonzern Thomas Cook will unter seiner neuen Führungsspitze vor allem durch einen millionenschweren Kostenabbau die Sanierung vorantreiben.

Der Schwerpunkt der Aktivitäten bei Thomas Cook liege in diesem Jahr eindeutig auf dem Abbau von Kosten, kündigte die gemeinsame Tochter von Lufthansa  und KarstadtQuelle  an. Europas zweitgrößter Reisekonzern war im vergangenen Geschäftsjahr in tiefrote Zahlen gerutscht. Daraufhin hatte der damalige Konzernchef Stefan Pichler seinen Hut nehmen müssen.

Der neue vierköpfige Vorstand unter der Führung des ehemaligen Neckermann-Managers Wolfgang Beeser werde sich bei seinen Sanierungsbemühungen auf die Problemfelder deutscher Markt und Fluggeschäft konzentrieren, hieß es. So seien bereits so genannte Profit Center mit einer eigenen Ertragsverantwortung geschaffen worden. Die Stückkosten der Thomas Cook AG sollen auf ein Niveau gesenkt werden, das auskömmliche Gewinnmargen erlaube. In Deutschland werden wie geplant 50 Millionen Euro eingespart. Dazu werden etwa die Mitarbeiter der vor eineinhalb Jahren gegründeten Veranstaltermarke Thomas Cook Reisen von München in die Konzernzentrale nach Oberursel ziehen.

100 Millionen soll die Airline sparen

Beim verlustträchtigen Flugbetrieb Thomas Cook Airlines sollen die Kosten um deutlich mehr als 100 Millionen Euro reduziert werden, um die Airline in Deutschland wieder wettbewerbsfähig zu machen. Jede einzelne Position im Flugbereich werde auf den Prüfstand gestellt, kündigte das Unternehmen an. Zusätzlich sollen Verbesserungen im Betrieb und aus dem Einzelplatzgeschäft Ergebnisverbesserungen in Millionenhöhe bringen. Mit den Gewerkschaften und Lieferanten werde bereits entsprechend verhandelt.

Spekulationen über eine mögliche Zerschlagung des Konzerns erteilte Beeser allerdings eine Absage. "Bedeutende Strukturveränderung des Konzerns stehen nicht auf der Tagesordnung." So stünden weder die britische Tochter Thomas Cook UK noch die Aktivitäten in Frankreich zum Verkauf.

Der Weg zurück in die Gewinnzone werde erleichtert, wenn die Umsätze wieder stiegen, sagte Beeser. "Was wir aus eigener Kraft auf der Kosten- und Ertragsseite tun können, das tun wir. Wenn der Markt jetzt noch mitspielt- und es sieht so aus, also würde er es tun - dann habe ich keinen Zweifel daran, dass wir bis zum Ende dieses Geschäftsjahres wie geplant unser Ergebnis deutlich verbessern werden."

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