DaimlerChrysler Streit um Phantomaktien

Aktionärsschützer werfen DaimlerChrysler vor, der Aufsichtsrat wolle sich von der Hauptversammlung Aktienoptionen genehmigen lassen. Das wäre mit der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes nicht vereinbar. Der attackierte Autobauer ist um Aufklärung bemüht.

Frankfurt/Düsseldorf - Offensichtlich gebe es ein Missverständnis bei den Aktionärsschützern, sagte ein Konzernsprecher am Freitag. DaimlerChrysler  gehe davon aus, dass das geplante Modell, die Aufsichtsräte zum Teil variabel zu vergüten, der Rechtssprechung des Bundesgerichtshof (BGH) entspricht.

Es gehe hier nicht um Aktienoptionen für die Aufsichtsräte, sagte der Konzernsprecher, sondern um eine zum Teil variable Vergütung. 25 Prozent der Zahlungen an die Aufsichtsratsmitglieder sollen sich künftig an der Kursentwicklung so genannter Phantomaktien bemessen. In der Höhe blieben die Vergütungen im Grundsatz unverändert.

Zuvor hatte die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) angekündigt Vorstand und Aufsichtsrat von DaimlerChrysler auf der Hauptversammlung Anfang April in Berlin die Entlastung zu verweigern. Die Vision des Vorstandsgremiums von der Welt-AG sei gescheitert, sagte DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker. Alle Ertragsprognosen seien über die Jahre hinweg nicht erreicht worden. Dies spiegle sich auch in der schlechten Performance des Aktienkurses wider.

Hinzu komme das unwürdige "Toll-Collect-Theater", das dem Unternehmen einen enormen Imageschaden zugefügt habe, sagte Hocker. Dem Aufsichtsrat warf er vor, den Vertrag des DaimlerChrysler-Vorstandsvorsitzenden Jürgen Schrempp trotz des Scheiterns seiner Strategie vorzeitig verlängert zu haben. Zudem wolle sich der Aufsichtsrat variable, vom Aktienkurs abhängige Vergütungen genehmigen lassen, was der jüngsten BGH-Rechtssprechung des widerspreche, kritisiert Hocker.