Siemens Fit für Übernahmen

Konzernchef Heinrich von Pierer hat keine Angst vor großen Aufgaben. Erst greift Siemens dem Maut-Konsortium Toll Collect unter die Arme, jetzt fühlt sich das Unternehmen fit genug, auch milliardenschwere Übernahmen zu verdauen.

München - Beim Technologiekonzern Siemens  stehen nicht nur neue Aufgaben bei der Rettung des Projektes Toll Collect ins Haus, sondern möglicherweise auch große Übernahmen bevor. "Wir sind offen für solche Ideen", sagte Konzernchef Heinrich von Pierer der "Financial Times Deutschland". Selbst Milliardenzukäufe seien vorstellbar.

Nach Meinung von Analysten könne Siemens Zukäufe für bis zu sieben Milliarden Euro tätigen. Derzeit prüfe das Unternehmen, in welchen Sparten das Wachstum durch Übernahmen angekurbelt werden könne, hieß es. Die besten Chancen hierfür bestünden für die Medizintechnik, den Kraftwerksbau und die Automatisierungstechnik.

Zudem kündigte der Siemens-Chef gegenüber in der Montagausgabe der Zeitung an, wegen der hohen Lohnkosten in Deutschland weitere Arbeitsplätze ins Ausland zu verlagern. Er wolle "natürlich mehr Geschäft in die Nähe seiner Kunden bringen", sagte von Pierer. Während Siemens im vergangenen Jahr rund 80 Prozent seines Umsatzes im Ausland erwirtschaftete, beschäftigte der Konzern noch 40 Prozent seiner Mitarbeiter an deutschen Standorten.

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