Bürgerschaftswahl Die Hamburger wählen

Nach zögerlichem Anfang kommt die Bürgerschaftswahl in Hamburg in Schwung. Bis 17 Uhr hatten - einschließlich der Briefwähler - 74,8 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben.

Hamburg - Nach schleppendem Beginn hat sich bei der Hamburger Bürgerschaftswahl am frühen Nachmittag eine höhere Beteiligung als bei der letzten Wahl abgezeichnet.

Um 17 Uhr hatten nach Angaben des Landeswahlleiters 74,8 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Davon wählten 14,3 Prozent per Brief. Mehr als 1,22 Millionen Wahlberechtigte sind aufgerufen, über eine neue Bürgerschaft und damit die politische Zukunft des Bürgermeisters Ole von Beust (CDU) zu entscheiden. 2001 lag die Wahlbeteiligung insgesamt bei 71 Prozent.

Nach Ansicht des Düsseldorfer Politologen Ulrich von Alemann haben die knappen Ergebnisse der Umfragen zu der regen Beteiligung beigetragen. "In Hamburg haben die Leute das Gefühl, dass die Situation offen ist und dass es auf jede Stimme ankommt", sagte Alemann.

Als erster Hamburger Spitzenpolitiker ging SPD- Bürgermeisterkandidat Thomas Mirow in einer Grundschule im Stadtteil Winterhude zur Wahlurne. In den letzten Tagen vor der Wahl habe es einen deutlichen Rückenwind für rot-grün gegeben, meinte Mirow.

Zurückhaltender zeigte sich Ole von Beust (CDU), als er am Vormittag seine Stimme zur Hamburger Bürgerschaftswahl abgab. "Das ist ja das Schöne an der Demokratie, dass man nie weiß, wie es ausgeht", sagte der Bürgermeister. "Ich bin zuversichtlich."

Der Mitte-Rechts-Senat mit CDU, FDP und Schill-Partei war im Dezember an den Differenzen zwischen Beust und dem ehemaligen Innensenator Ronald Schill zerbrochen. Da die Wahl den Umfragen zufolge auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der CDU und Rot-Grün hinausläuft, hängt viel vom Abschneiden der kleinen Parteien ab.

FDP zittert

FDP und Pro DM/Schill lagen bei den letzten Umfragen bei drei bis vier Prozent, die Partei Rechtsstaatlicher Offensive kam nur noch auf ein Prozent Zustimmung. Sollte es am Ende weder für die CDU allein noch für Schwarz-Gelb oder Rot-Grün reichen, wären rein rechnerisch auch eine große Koalition oder Schwarz-Grün möglich.

Die Wahllokale sind bis 18.00 Uhr geöffnet. Mit dem vorläufigen amtlichen Endergebnis wird zwischen 23.00 und 24.00 Uhr gerechnet. Insgesamt kandidieren im Land Hamburg 19 Listen und zwei Einzelbewerber, die meisten gelten als chancenlos.

Bei der letzten Wahl wurde die SPD mit 36,5 Prozent der Stimmen stärkste Partei, die CDU erhielt 26,2 Prozent und bildete mit der sensationell starken Schill-Partei (19,4 Prozent) und der FDP (5,1 Prozent) die Landesregierung. Die Grünen kamen damals auf 8,6 Prozent.

Mit der Hamburger Bürgerschaftswahl hat am Sonntagmorgen ein Wahlmarathon mit insgesamt 14 Entscheidungen in diesem Jahr begonnen.

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