Commerzbank SchmidtBank-Kauf ist perfekt

Die Commerzbank ist mit der angeschlagenen SchmidtBank handelseinig geworden. Für das fränkische Finanzinstitut wird vermutlich ein mittlerer zweistelliger Millionenbetrag gezahlt. Die 70 Filialen der SchmidtBank sollen nach bisher noch unbestätigten Meldungen umbenannt und mit dem gelben Logo der Commerzbank versehen werden.

Hof/Frankfurt - Die Übernahme der angeschlagenen SchmidtBank durch die Commerzbank  ist perfekt. Dies wurde dpa aus Bankenkreisen bestätigt.

Auf einer Pressekonferenz an diesem Mittwoch in Hof wollen die beiden Geldinstitute über Einzelheiten informieren. Die Commerzbank will mit der Übernahme der 70 Filialen des Hofer Institutes ihr Privatkundengeschäft ausbauen. Die Filialen, von denen einige auch in Thüringen und Sachsen stehen, sollen dem Vernehmen nach künftig das Commerzbank-Logo tragen. Nach Angaben von Finanzexperten dürfte sie einen zweistelligen Millionen-Betrag für den Kauf zahlen, die "Börsenzeitung" hatte den Preis auf 60 Millionen Euro taxiert.

Commerzbank-Finanzchef Eric Strutz und der Vorstandschef der SchmidtBank, Paul Wieandt, werden auf der Pressekonferenz die "aktuellen Entwicklungen" erläutern, hieß es in einer Mitteilung vom Dienstag. Auch Bayerns Wirtschaftsminister Otto Wiesheu (CSU) soll daran teilnehmen. Die SchmidtBank war nach der Insolvenz im Herbst 2001 von einer Auffanggesellschaft der bundesdeutschen Großbanken gerettet worden.

Die Commerzbank hatte unlängst bei der Bekanntgabe ihres Jahresabschlusses 2003 gemeldet, dass die SchmidtBank übernommen werden solle. Das Geschäft sollte "bis März 2004" abgeschlossen werden, hieß es damals. Nach früheren Angaben von Commerzbank- Vorstandssprecher Klaus-Peter Müller sollte mit dem - offiziell noch nicht bestätigten - Erwerb die Zahl der Privatkunden um 360.000 auf rund vier Millionen gestiegen sein.

Zusammenbruch mit 1,5 Milliarden Euro abgewendet

Die Schmidt Bank beschäftigt nach eigenen Angaben rund 1300 Mitarbeiter. Vorstandschef Paul Wieandt hatte im Dezember angesichts eines erneuten Verlustes von rund 70 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2003 den Wegfall von weiteren 300 Stellen angekündigt.

Das 170 Jahre alte Traditionsinstitut musste im Herbst 2001 Insolvenz anmelden. Nur die Intervention mehrerer Großbanken verhinderte den totalen Kollaps. Grund hierfür: Das abenteuerliche Geschäftsgebaren des damaligen Bankchefs Karl Gerhard Schmidt.

HypoVereinsbank , Commerzbank, Deutsche Bank  und Dresdner Bank sowie der öffentliche Bankensektor unter Führung der Bayerischen Landesbank gründeten damals eine Auffanggesellschaft, die alle Anteile der Familie Schmidt übernahm. 1,5 Milliarden Euro waren nötig, um den Zusammenbruch abzuwenden. Der Online-Broker Consors - heute Cortal Consors, ehemals am Nemax notiert, musste an die französische Großbank BNP Paribas  verkauft werden.

Karl Gerhard Schmidt hatte die Unternehmen und vor allem den Kulturbetrieb im wirtschaftlich schwachen oberfränkischen Stammland seines Hauses allzu großzügig mit Krediten bedacht und die Bank damit in eine bedrohliche Schieflage gebracht.

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