Tetrapaks Pfand auch für die Pappenheimer

Nun sind auch Tetrapaks und Weinflaschen dran: Der Bundesumweltminister plant, die Verpackungen mit Pfand zu belegen. Schon in wenigen Monaten könnte es die Pappkartons treffen, auf die viele Verbraucher ausgewichen sind.

Düsseldorf - Für Saft sowie Wein in Flaschen und Tetrapaks droht nach Informationen der "Rheinischen Post" eine Pfandpflicht. Dies habe ein Sprecher des Umweltministeriums auf Anfrage bestätigt. "Aller Wahrscheinlichkeit nach wird es in diesem Jahr den Saft erwischen, eventuell auch den Wein", sagte der Sprecher der Zeitung.

Hintergrund sei, dass die Mehrwegquote für diese Getränke gesunken ist. Nach geltendem Gesetz muss die Mehrwegquote für einen Getränketyp über 72 Prozent liegen. Sinkt sie darunter, tritt sechs Monate später die Pfandpflicht in Kraft. Viele Verbraucher waren nach Einführung des Getränkepfands auf Dosen und anderen Verpackungen auf die noch pfandfreien Tetrapaks umgestiegen.

Ursprünglich sollte eine Novelle der Verpackungsverordnung Getränke in Tetrapaks und Wein von der Pfandpflicht ausnehmen. Allerdings konnten sich Bund und Länder auf die Novelle nicht einigen, sodass nun das alte Recht vollzogen wird.

"Diese Politik ist einfach nur noch willkürlich", sagte FDP-Umweltexpertin Birgit Homburger dem Blatt. Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) warf sie vor: "Weil er seine Ideen gegenüber dem Bundesrat nicht durchsetzen kann, hält Trittin störrisch an der veralteten Regelung fest."

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