Autobauer-Aufstand Aktion gegen Prodis Regeln

Die Vorstandschefs fünf europäischer Autohersteller sind unter Leitung von VW-Spitzenmann Pischetsrieder nach Brüssel gereist, um gegen die Reglementierungswut der EU zu kämpfen. Das Treffen gilt als Auftakt einer massiven Lobby-Kampagne.

Berlin - Die Vorstandschefs von fünf großen europäischen Autoherstellern wollen einem Medienbericht zufolge am Mittwoch zu einem Treffen mit EU-Kommissionspräsident Romano Prodi zusammenkommen, um ihn zu einer industriefreundlicheren Politik der EU zu bewegen.

Dabei wollten die unter schrumpfendem Absatz, aggressivem Preiskampf und dem Druck der asiatischen Konkurrenz stehenden Europäer Prodi zum Abbau der aus ihrer Sicht überbordenden EU-Regulierung überreden. Zudem geht es dem Interessenverband angeblich um eine Neuorganisation der Kommission der Europäischen Union (EU), berichtete das "Handelsblatt" unter Berufung auf Angaben des europäischen Automobilverbandes ACEA. Ziel sei, die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Firmen zu steigern.

Nach einer Analyse der Deutschen Bank  ist aber Europa zwar die größte, gleichzeitig aber auch die unprofitabelste Region in Bezug auf den Automarkt unter den Industriestaaten weltweit. Während die Autohersteller 2002 in Asien und Nordamerika Margen von fast 6 Prozent erzielen konnten, erzielte man auf dem europäischen Markt gerade einmal 3 Prozent Marge.

Wettbewerbsfähigkeit gegenüber USA und Japan sichern

Angeführt werde die Gruppe der Autoproduzenten, die für Veränderungen in Brüssel eintritt, von ACEA-Präsident und Volkswagen VW-Chef  Bernd Pischetsrieder. Auf Industrieseite säßen zudem Nick Scheele von Ford  Europe, Guiseppe Morchio von Fiat  , Louis Schweitzer von Renault  und Leif Johansson von Volvo  Trucks.

Neben Prodi werden EU-Industriekommissar Erkki Liikanen, Handelskommissar Pascal Lamy, Verkehrskommissarin Loyola de Palacio und Forschungskommissar Phillipe Busquin an der Besprechung mit den Vertretern der Autoindustrie teilnehmen.

Das "Handelsblatt" zitiert aus ACEA-Kreisen, das Treffen sei "Auftakt einer massiven Lobby-Kampagne zur Verbesserung der Wettbewersfähgkeit gegenüber den USA und Japan".

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