Steuerreform Teure Modelle

Die radikalen Steuerreformmodelle sämtlicher Parteien würden nach Berechnungen einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe Milliardenlöcher in die öffentlichen Kassen reißen. Käme die teuerste Variante zum Zug, müsste der Fiskus im ersten Jahr auf 40,9 Milliarden Euro verzichten.

Hamburg/Berlin - Im Wettstreit um das modernste Steuerreformmodell besteht nun wenigstens in einer Frage über Partei- und Ländergrenzen hinweg Einigkeit: bei den Kosten.

Am teuersten käme nach einem SPIEGEL-Bericht im ersten Jahr der Reformplan des Ex-Verfassungsrichters Paul Kirchhof. Der Fiskus müsste auf 40,9 Milliarden Euro verzichten, wenn Kirchhofs Einheitstarif von 25 Prozent gelten würde. Wenn nach einigen Jahren sämtliche Steuervergünstigungen, die gestrichen werden, auch tatsächlich auslaufen, kostet der Kirchhof-Tarif "nur noch" 12,3 Milliarden Euro.

Der Reformvorschlag des CDU-Finanzexperten Friedrich Merz (ein Stufentarif mit 12, 24 und 36 Prozent) würde im ersten Jahr 31,5 Milliarden Euro kosten, später 25,3 Milliarden Euro - eine Größenordnung, die Merz stets bestritten hatte.

Günstiger wäre der Vorschlag des bayerischen Finanzministers Kurt Faltlhauser (CSU), der einen traditionellen linearen Steuertarif von 13 bis 39 Prozent bevorzugt. Die Ausfälle würden sich im ersten Jahr auf 16 Milliarden Euro summieren, später auf 12,6 Milliarden pro Jahr sinken.

Am günstigsten für die öffentlichen Haushalte schneidet das Konzept des Sachverständigenrats ab. Die so genannten Wirtschaftsweisen schlagen eine duale Einkommensteuer vor, bei der Zinsen, Dividenden und Unternehmensgewinne einem Einheitstarif von 30 Prozent unterliegen, Arbeitseinkünfte weiter einem ansteigenden Tarif (Spitzensteuersatz: 35 Prozent). Die Ausfälle: im ersten Jahr 11,6 Milliarden Euro, bei voller Jahreswirkung 6,5 Milliarden Euro.

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