DaimlerChrysler Sparen an der Spitze

Das Ausmaß des Optionsprogramms für DaimlerChrysler-Manager ist gigantisch. Wenn alle Führungskräfte ihre Akienoptionen einlösten, gehörten ihnen knapp zehn Prozent des Konzerns. Jetzt soll das Entlohnungsmodell geändert werden.

Hamburg - Das von Fondsgesellschaften scharf kritisierte Aktienoptionsprogramm für DaimlerChrysler-Vorstände steht offenbar in der gegenwärtigen Form vor dem Aus. Das berichteten einhellig das Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL und das Branchenblatt "Automobilwoche".

Grund für die Abschaffung des Aktienoptionsprogramms sind laut SPIEGEL neue Bilanzierungsregeln in den USA, nach denen diese in der Bilanz ausgewiesen werden müssen und dadurch der Gewinn entsprechend sinkt. Das Ausmaß des Optionsprogramms für die DaimlerChrysler-Führungskräfte sei "gigantisch".

Wenn alle Manager ihre Optionen einlösen würden, gehörten ihnen knapp zehn Prozent des Konzerns, schrieb das Blatt. Die Kritik betreffe aber auch den Umstand, dass die Manager ihre Aktienoptionen schon dann einlösen könnten, wenn der Kurs der Aktie  in zehn Jahren durchschnittlich mit weniger als zwei Prozent steige.

"Es gibt noch keine Beschlüsse"

Nach Darstellung des SPIEGEL steht ein neues Entlohnungsmodell für die Führungskräfte bereits auf der Tagesordnung der DaimlerChrysler-Hauptversammlung im April.

Es solle keine Aktienoptionen mehr enthalten. Das Aktienoptionsprogramm läuft offiziell noch bis 2005. Laut "Automobilwoche" soll das Aktienprogramm jedoch nicht abgeschafft werden. DaimlerChrysler wolle das Programm dahin gehend ändern, dass die Basispreise erhöht würden.

Nach eigenen Angaben hat DaimlerChrysler noch nicht über die Zukunft des Aktienoptionsprogramms für seine Vorstände entschieden. "Wir überprüfen das Programm, aber es gibt auch intern noch keine Beschlüsse", sagte ein DaimlerChrysler-Sprecher.

1,5 Milliarden Euro für Mitsubishi?

1,5 Milliarden Euro für Mitsubishi?

Auch die Entscheidung über eine Kapitalspritze für den Partner Mitsubishi Motors wird noch auf sich warten lassen. In Unternehmenskreisen hieß es, dazu sei es noch zu früh. Damit dürfte der DaimlerChrysler-Aufsichtsrat an diesem Mittwoch noch keinen Beschluss fassen.

Mercedes-Chef Jürgen Hubbert hatte auf Mallorca zuletzt erklärt, der Kapitalbedarf des angeschlagenen japanischen Autobauers sei noch nicht klar. "Die müssen erst einmal sagen, wo sie stehen", sagte Hubbert.

Nach einem Bericht der Tokioter Wirtschaftszeitung "Nihon Keizai Shimbun" wollen Großaktionär DaimlerChrysler (37 Prozent) und andere Firmen des Mitsubishi-Konglomerats dem Autobauer mit 200 Milliarden Yen (knapp 1,5 Milliarden Euro) durch eine Kapitalerhöhung unter die Arme greifen.

Nach einem Bericht derselben Zeitung wird der operative Verlust von Mitsubishi Motors im zu Ende gehenden Geschäftsjahr 2003/04 (zum 31. März) mit 100 Milliarden Yen (745 Millionen Euro) mehr als doppelt so hoch ausfallen wie mit 45 Milliarden Yen prognostiziert.

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