Lloyd Werft Die "Pride of America" schwimmt wieder

Ein Spezialteam hat den in der Lloyd Werft gekenterten Luxusliner "Pride of America" wieder flott bekommen. Noch am Wochende soll das Schiff ins Dock verlegt und anschließend repariert werden. Ob das durchs Unglück ausgelöstete Insolvenzverfahren der Werft ein gutes Ende findet, steht trotzdem noch nicht fest.

Bremen - Vier Wochen nach dem spektakulären Kentern des Kreuzfahrtschiff-Neubaus "Pride of America" in der Bremerhavener Lloyd-Werft hat das Schiff wieder Wasser unter dem Kiel. Ein Bergungsunternehmen pumpt seit Freitagmorgen rund 40.000 Tonnen Wasser aus dem Rumpf.

"Das Schiff ist schon ein Stück höher gekommen und hat sich etwas aufgerichtet", sagte der Vorsitzende des Betriebsrates der Werft, Klaus Rosche. Das Unternehmen war durch das Unglück in Finanznot geraten. Anfang der Woche stellte die Werft Insolvenzantrag, weil der Auftraggeber des 300 Millionen Euro teuren Projekts eine Rate über angeblich rund 35 Millionen Euro nicht gezahlt hatte.

Noch an diesem Wochenende soll der Havarist ins Dock verlegt werden. "Die Wetterprognosen sind günstig, bis Sonntagabend wollen wir es geschafft haben", sagte Rosche. Die gemeinsamen Rettungsbemühungen des Bremer Senats, des Insolvenzverwalters Wolfgang van Betteray, der Geschäftsführung und der Banken kommen dagegen nur schleppend voran.

Nach Informationen aus dem Bremer Wirtschaftsressort soll in der kommenden Woche eine Delegation nach Brüssel reisen, um auszuloten, inwieweit Landesbürgschaften EU-konform bewilligt werden können.

Nach dem Unglück der "Pride of America" in der Sturmnacht des 14. Januar und dem damit verbundenen Stillstand der Arbeiten am Schiff hatte der Auftraggeber, die in Miami, USA, ansässige Reederei Norwegian Cruise Line (NCL), eine Ende Januar fällige Ratenzahlung nicht geleistet. Dadurch war die Werft nach eigenen Angaben in Schwierigkeiten geraten. Die Verhandlungen über die Fertigstellung des Schiffes werden sich nach Ansicht van Betterays bis in den April hineinziehen. Die niedersächsische Landesregierung hat ihre Hilfe zur Rettung der Werft mit ihren 525 Arbeitnehmern angeboten.

Trotz aller Hilfsangebote - ob das Top-Renommee der Lloydwerft durch den Sturmschaden nur angekratzt oder dauerhaft geschädigt wird, vermag heute noch niemand zu sagen.

Die Antwort aber ist entscheidend für die Region: Bremerhavens Arbeitslosenquote liegt schon heute bei 18,5 Prozent. Falls Lloyd "die Insolvenz nicht in den Griff bekommt", wird sie auf 25 Prozent steigen, so die Prognose von Oberbürgermeister Jörg Schulz. Er sei allerdings optimistisch, dass dies nicht passieren wird.

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