Freitag, 23. August 2019

Bierfusionen Carlsberg bläst zum Halali

Die Jagd internationaler Großkonzerne auf die feinen Tropfen deutscher Brauer geht munter weiter. Carlsberg hat eben erst die Übernahme von Holsten angekündigt, da stürzt sich der Multi schon auf Jever und Berliner Pilsener.

München - Nach der Übernahme der Holsten-Brauerei AG, Hamburg, will die Carlsberg A/S, Kopenhagen, auf dem deutschen Biermarkt weiter expandieren. Carlsberg-Vorstandsvorsitzender Nils Andersen sagte dem Magazin "Focus", der Aufsichtsrat des fünftgrößten Bierkonzerns der Welt habe für weitere Akquisitionen 1,5 Milliarden Euro bereitgestellt.

Herb, frisch, aber bald vielleicht nicht mehr friesisch: Jever Pilsener
Der Schwerpunkt der Expansion liege auf Deutschland. Auf dem deutschen Markt habe er besonders die Jever Brauerei und die Berliner-Pilsener-Gruppe im Visier, die zum Brau-und-Brunnen-Konzern gehören, sagte Andersen. Ende Februar, noch vor der Branchenmesse Internorga, sollen offenbar erste Gespräche geführt werden.

Einen Einstieg oder eine Übernahme der Brau und Brunnen AG, Berlin/Dortmund, prüft dem Bericht zufolge auch die weltgrößte Brauerei Anheuser-Busch Cos Inc, St. Louis.

Die deutsche Bierbranche macht derzeit einen grundlegenden Umbruch durch. Rund 1000 kleine Brauereien tummeln sich auf einem schrumpfenden Markt. Sie sind potenzielle Expansionsmasse für große Bierkonzerne wie Calsberg oder Interbrew Börsen-Chart zeigen, die sich derzeit um die national verbreiteten Brauereien balgen. Erst vor wenigen Wochen hatte Carlsberg die Übernahme der traditionsreichen Holsten-Brauerei bekannt gegeben.

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