Landesbanken Betriebsbedingte Kündigungen bei der LBBW

LBBW-Chef Hans Dietmar Sauer will 1500 Stellen streichen. Schuld ist der Wegfall der Staatshaftung im kommenden Jahr und die daraus resultierende Abwertung beim Rating.

Frankfurt - Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) will bis zu 1500 Stellen streichen. Dies berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Montagausgabe) unter Berufung auf den Vorstandsvorsitzenden Hans Dietmar Sauer.

Sogar betriebsbedingte Kündigungen seien nicht auszuschließen. Grund dafür sei der Wegfall der Staatshaftung im Juli 2005.

Sauer will ein Einsparpotenzial von 95 Millionen Euro jährlich durch Stellenabbau, vor allem über Fluktuation ausschöpfen. So lasse sich ausgleichen, was durch die sich abzeichnende Rating-Verschlechterung der Bank an jährlicher Mehrbelastung bei den Zinsen zu erwarten sei. Über die genaue Höhe der zusätzlichen Belastung machte die Bank keine Angaben.

"Wir könnten auch mit 10.500 Mitarbeitern hinkommen und die gleichen Geschäfte machen", sagte Sauer. Derzeit sind bei der LBBW noch 12.000 Mitarbeiter beschäftigt. Zwischen Herbst 2002 und Ende 2003 hat die Landesbank nach eigenen Angaben bereits 500 Stellen abgebaut. 800 Arbeitsplätze sollen im Zuge der engeren Zusammenarbeit mit der Tochter Baden-Württembergische Bank (BW-Bank) wegfallen. 700 Stellen will die LBBW im eigenen Haus streichen.

Ob Fluktuation allein ausreicht, um die Sparziele zu erreichen, erscheint allerdings zweifelhaft. "Ohne betriebsbedingte Kündigungen geht es nicht. Das Einsparpotenzial bei der LBBW ist bereits ausgereizt", sagt Franz Rothenhäusler, Gewerkschaftssekretär im Verdi-Bezirk Baden-Württemberg gegenüber manager-magazin.de.