DaimlerChrysler Eine "rosarote Null" bei Chrysler

Schön für DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp: Nach Presseberichten hat die malade US-Tochter Chrysler im vergangenen Jahr nur minimale Verluste verbucht. An einem neuerlichen Auftritt vor Gericht im Kerkorian-Prozess kommt der Lenker der Welt AG allerdings nicht vorbei.

Stuttgart/Frankfurt/Wilmington - Die DaimlerChrysler-Sparte Chrysler ist im Geschäftsjahr 2003 am operativen Gewinn vorbeigeschrammt und hat einen minimalen Verlust verbucht. Wie die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet, wertet DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp diese "rosarote Null" bei der US-Sparte als "untrügliches Zeichen dafür, dass der angeschobene Turn-around jetzt erste Früchte trägt".

Die Märkte nehmen die Erfolgsmeldung verhalten auf. Helaba-Analyst Fabian Kania vermutet, dass das fast ausgeglichene Ergebnis vor allem mit der Auflösung von Rückstellungen erreicht worden sei. Nähere Einzelheiten seien auf der Bilanzpressekonferenz am 19. Februar zu erwarten.

Im Milliardenprozess des US-Investors Kirk Kerkorian gegen DaimlerChrysler  muss Schrempp an diesem Montag erneut aussagen. Sieben Stunden hat Richter Joseph Farnan im Bezirksgericht in Wilmington (US-Bundesstaat Delaware) für die Verhandlung angesetzt.

Mitte Dezember hatte Schrempp bereits in Wilmington ausgesagt. Danach setzte der Richter den Prozess überraschend aus, nachdem die Anwälte des Autokonzerns 61 Seiten handschriftlicher Prozessunterlagen präsentiert hatten, die eigentlich schon längst der Gegenseite hätten überreicht werden müssen. Es handelt sich um Notizen des damaligen Chrysler-Finanzchefs Gary Valade über die Fusionsverhandlungen mit Daimler-Benz.

Milliardär Kerkorian und seine Investmentgesellschaft Tracinda werfen dem Stuttgarter Autokonzern Betrug vor. Die Fusion zwischen Daimler-Benz und Chrysler sei 1998 von deutscher Seite von Anfang an als Übernahme eingefädelt worden. Deshalb hätte Kerkorian, damals größter Anteilseigner an Chrysler, eine höhere Prämie beim Aktienumtausch zugestanden.

Jetzt wollen Kerkorian und Tracinda mindestens 1,2 Milliarden Dollar (rund 960 Millionen Euro) als Entschädigung. DaimlerChrysler weist diesen Vorwurf zurück. Niemand sei über die Details der Fusion getäuscht worden. Mit einem Urteil wird im Frühjahr gerechnet.