Volkswagen Die Tochter bereitet viel Freude

Die tschechische Volkswagen-Tochter Skoda hat ihren Absatz im vergangenen Jahr gesteigert. Vor allem die Nachfrage in Osteuropa zog an. Und auch auf dem schwachen deutschen Inlandsmarkt konnte Skoda punkten.

Wolfsburg/Prag - Trotz der weltweit insgesamt schwachen Automobilkonjunktur und des gestiegenen Wettbewerbs auf den einzelnen Märkten sei es Skoda gelungen, den Absatz um ein Prozent auf knapp 450.000 Fahrzeuge zu steigern, teilte das Unternehmen am Freitag in Prag mit. Während die Verkäufe in Westeuropa um ein Prozent nachgaben, erhöhten sie sich in Osteuropa um 9,4 Prozent.

In Deutschland, dem Hauptexportland von Skoda, nahm der Absatz jedoch um 3,6 Prozent zu, während er sich im Stammland Tschechien um vier Prozent verringerte. In Großbritannien gab er drei Prozent nach. Über das gesamte Jahr betrachtet seien die Absätze schneller gewachsen als in den ersten neun Monaten, hieß es in der Mitteilung weiter, was auf eine Erholung der Verkäufe in den letzten drei Monaten schließen lässt. Angaben zu Gewinn und Umsatz machte die VW-Tochter nicht.

Osteuropa neben China größter Wachstumsmarkt

Osteuropa gehört in der weltweit derzeit schwachen Automobilkonjunktur neben China zu den Regionen, in denen die Autohersteller ihre Verkäufe im vergangenen Jahr noch nennenswert erhöhen konnten. Dort stiegen die Neuzulassungen nach Branchenangaben um 7,2 Prozent, während sie in Westeuropa um 1,4 Prozent abnahmen. In Asien ragte China mit einer Wachstumsrate von fast 35 Prozent hervor. In den USA, dem weltweit wichtigsten Automarkt, verringerten sich die Neuzulassungen von Kraftfahrzeugen dagegen um ein Prozent.

Europas größter Automobilbauer Volkswagen  hat im vergangenen Jahr wieder mehr als fünf Millionen Autos abgesetzt. Noch im Februar will der Konzern auch vorläufige Finanzkennziffern für das abgelaufene Jahr veröffentlichen. Bereits jetzt steht nachfrüheren Angaben des Konzerns fest, dass sich das Betriebsergebnis wegen der Dollar-Stärke, hohen Aufwendungen für Produktanläufe sowie Sonderabschreibungen im Luxussegment gegenüber dem vorangegangenen Jahr mehr als halbiert hat.

Die Hoffnungen für das laufende Jahr setzen die Wolfsburger auf ihr wichtigstes Modell, den Golf, doch ist zur Zeit nicht absehbar, dass die Autokonjunktur in Deutschland anspringt.

Gefahr der Kannibalisierung

Uneingeschränkt kann der Volkswagen-Konzern das gute Abschneiden der Tochter nicht genießen. Deren Erfolg könnte erneut die Debatte um eine mögliche Kannibalisierung innerhalb des Unternehmens anfachen.

Zwar behauptet der Skoda, dass neue Käufer hauptsächlich auf Kosten der maladen Autobauer Opel, Ford und Fiat gewonnen werden. Doch eine Gefahr für das Volkswagen-Prestigemodell Golf lässt sich kaum von der Hand weisen.

Ein Beispiel für die Ähnlichkeit von Volkswagen und Skoda gibt der neue Octavia. Das tschechische Auto enthält zahlreiche Golf-Komponenten, wie das Direktschaltgetriebe DSG und die Motorisierung. Allerdings wird der Octavia wohl günstiger als der Golf sein, bei dem die Wolfsburger zuletzt Preisnachlässe gewähren mussten.