Donnerstag, 19. September 2019

Lufthansa/Post Win-Win in der Luft

Die beiden Weltmarktführer in der Luftfracht wollen weiter wachsen: Post und Lufthansa weiten ihre Kapazitäten um 1,3 Millionen Tonnen-Kilometer aus. Das lohnt sich, wenn 2004 tatsächlich der erwartete Konjunkturaufschwung einsetzt.

Frankfurt - Der Luftfrachttransporteur Lufthansa Cargo Börsen-Chart zeigen und die Logistiktochter der Deutschen Post Börsen-Chart zeigen, DHL, bauen ihre weltweite Kooperation aus und wollen so verstärkt von dem 2004 erwarteten Aufschwung im Luftfrachtverkehr profitieren.

 Gute Geschäfte im Bauch des Airbusses: Der A319 gehört zur Lufthansa-Flotte
Airbus Industrie / Lufthansa
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Die beiden Weltmarktführer für Luftfracht und Expressgeschäft weiten mit künftig fünf gemeinsam betriebenen internationalen Frachtstrecken ihre Kapazität aus. Dabei gehe es vor allem um Routen von Europa nach Asien und Nordamerika, teilten beide Unternehmen am Mittwoch in Frankfurt mit. Insbesondere in Asien und den USA ist 2004 einer Marktstudie von Lufthansa Cargo zufolge ein deutlicher Zuwachs an Luftfracht zu erwarten.

Neuer Vertrag über 1,3 Millionen Tonnen-Kilometer

Das Joint Venture umfasse eine zusätzliche Kapazität von 1,3 Millionen Tonnen-Kilometer, für die sieben MD-11F-Flugzeuge an vier bis fünf Tagen pro Woche zusätzlich eingesetzt würden. Beide Partner, die bereits seit 2000 kooperieren, würden für die neuen Strecken ihre jeweiligen Verkehrsrechte gemeinsam nutzen.

Die DHL-Kunden erhielten beim Warenversand zwischen den drei wirtschaftlich bedeutendsten Kontinenten bessere Verbindungen und Auswahlmöglichkeiten, sagte Uwe Dörken, Vorstandschef von DHL Express. DHL profitiere von dem stabilen Lufthansa-Netzwerk und verfüge künftig über Interkontinentalverbindungen ohne Investitionen in eigene Flugzeuge. DHL wickele damit künftig rund 10 Prozent seines Geschäfts mit Lufthansa Cargo ab.

Vom 28. März an fünf neue Strecken

Für die Lufthansa-Tochter bringe die Kooperation eine langfristig stabile Auslastung der Flugkapazitäten und zusätzliches profitables Wachstum, sagte Lufthansa Cargo-Chef Jean-Peter Jansen.

Mit der Kooperation vergrößere sich die Kapazität bei Lufthansa Cargo 2004 um 5 Prozent. "Wir profitieren beide davon, sonst würden wir die Kooperation nicht eingehen", fügte er hinzu. Im vorigen Jahr hatte Lufthansa Cargo leichte Einbußen beim Frachtgeschäft von 2,7 Prozent auf 1,6 Millionen Tonnen verzeichnet.

Die fünf neuen Strecken mit wöchentlich je vier bis fünf gemeinsamen Flügen sollen am 28. März in Betrieb gehen. Dabei handelt es sich um Verbindungen von den DHL-Umschlagflughäfen Köln/Bonn, Brüssel und East Midlands (Großbritannien) in die USA (Cincinnati und New York) und nach Asien (Bahrain, Singapur, Delhi, Hongkong, Sharjah). Bei einer Asien-Verbindung sei zudem Bergamo (Italien) als Umschlagplatz vorgesehen.

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