US-Autoabsatz Hauptsache Gelände

Der US-Automarkt verhält sich so, als sei das gesamte Staatsgebiet der USA eine nur mit Allradantrieb zu durchquerende Schlammwüste. Die Geländewagen von Chrysler sowie der Noch-Sportwagenbauer Porsche profitieren davon. Volkswagen und BMW stecken dagegen fest.

New York - Wie Volkswagen am Dienstag mitteilte, sank der Absatz bei VW of America von gut 17.800 Fahrzeugen im Januar 2003 auf rund 13.200 zu Jahresbeginn. Dies entspricht einem Rückgang um 25,8 Prozent.

Auch bei der Konzerntochter Audi of America lief das Geschäft schwächer als im Vorjahr. Gegenüber 5.478 im Vorjahresmonat seien nun 5.005 Einheiten verkauft worden, teilte Audi in Ingolstadt mit. Allerdings seien vom Luxusmodell A8 deutlich mehr Autos verkauft worden: Es wurden 410 Audi A8 an Kunden geliefert, im Januar 2003 seien es nur 135 gewesen.

BMW enttäuscht

Auch der bayerische Autobauer BMW enttäuschte mit seinen Zahlen. Die Verkäufe bei BMW seien um 19 Prozent auf 16.135 Einheiten zurück gegangen, teilte BMW of North America am Dienstag mit. Von der Marke BMW wurden 10.607 Autos abgesetzt, was einen Rückgang von 26 Prozent darstellt (Vorjahr: 14.311 Fahrzeuge). Ein leichtes Minus verbuchte der Konzern auch beim Mini. Von dem Modell wurden 2.756 Einheiten veräußert. Ein Jahr zuvor waren es noch 2.818 Fahrzeuge gewesen.

Mercedes: Probleme mit E- und S-Klasse

Mercedes-Benz USA hat im Januar sein Absatzminus zumindest in Grenzen gehalten. Das Unternehmen verkaufte im Januar 15.169 Fahrzeuge, das ist ein Rückgang von 3,1 Prozent. Wie Mercedes Benz am Dienstag Abend mitteilte, stieg der Absatz von Modellen der "C-Klasse" um 3,3 Prozent auf 4.763 Stück. Von Fahrzeugen der "E-Klasse" seien mit 3.866 Einheiten 14,3 Prozent weniger verkauft worden als im Vorjahresmonat. Der Absatz der "S-Klasse" habe sich um 20,3 Prozent auf 1.453 Fahrzeuge ermäßigt.

Chrysler: Geländewagen gefragt

Der Trost für den Daimler-Chrysler-Konzern: Die Chrysler Group hat im Januar in den USA mit 147.00 Stück 9 Prozent mehr Fahrzeuge verkauft als vor einem Jahr. Beflügelt wurde der Absatz der Sparte der DaimlerChrysler AG durch einen Anstieg der Jeep-Verkäufe um 28 Prozent auf 33.276 Einheiten, wie die am Dienstag veröffentlichten Zahlen des Unternehmens zeigen. Die Verkäufe der geländegängigen Fahrzeuge der 3 Marken Wrangler, Liberty und Grand Cherokee legten ebenfalls zu.

Porsche: Gelände- statt Sportwagen?

Porsche dagegen steigerte seinen Absatz in den USA und Kanada gegenüber dem Vorjahresmonat um 66 Prozent auf 2.314 Fahrzeuge. Dies seien die besten Januar-Verkaufszahlen in der Unternehmensgeschichte, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Allerdings brach im Kerngeschäft mit den Sportwagen der Absatz ein.

Wachstumsmotor war das Geländefahrzeug Cayenne, von dem laut Porsche 1.446 Fahrzeuge ausgeliefert wurden. Dagegen gingen die Verkaufszahlen bei den Sportwagen auf 868 Fahrzeuge zurück (minus 38 Prozent). Von der 911er-Baureihe wurden 603 Wagen verkauft (minus 25 Prozent), die Boxster-Baureihe blieb im Januar mit 265 Roadstern um 55 Prozent hinter dem Vorjahresmonat zurück.

Für positive Impulse sorgten nach Unternehmensangaben die neu eingeführten Cabrio-Versionen des 911 Carrera 4S und des 911 Turbo.

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