Mannesmann-Prozess Das Urteil der Leser

Seit vergangener Woche wird Klaus Esser, Josef Ackermann & Co. in Düsseldorf der Prozess gemacht, um herauszufinden, ob die im Zuge der Mannesmann-Übernahme gezahlten Prämien für das Topmanagement rechtens waren oder nicht. Die Leser von manager-magazin.de haben ihr Urteil schon gefällt.

Hamburg/Düsseldorf - Als Ex-Mannesmann-Chef Klaus Esser, Deutsche-Bank-Primus Josef Ackermann und die vier weiteren Angeklagten im so genannten Mannesmann-Prozess in der vergangenen Woche zum ersten Mal den Saal L111 im Landgericht Düsseldorf betraten, brach ein Blitzlichtgewitter über sie herein. Ganz Deutschland wollte die Männer auf der Anklagebank sitzen sehen, die sich laut Staatsanwaltschaft der Untreue beziehungsweise der Beihilfe zur Untreue schuldig gemacht haben sollen.

Viele Leser von manager-magazin.de haben ihr Urteil über die angeklagten Manager aber längst schon gefällt. In einem Stimmungsbarometer folgten bisher nur gut ein Viertel der mm.de-Nutzer der Argumentation der Manager, dass Esser den Aktionären von Mannesmann einen beträchtlichen Vermögenszuwachs beschert habe und daher auch nach "international üblichen" Maßstäben zu belohnen gewesen war.

Gut 45 Prozent der über 1400 abgegebenen Stimmen sprachen sich hingegen für die Position der Justiz aus. Der Prozess sei nicht nur juristisch geboten, er sei eine Frage der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Hygiene. Einer Wirtschaft, die ihren Protagonisten unter Ausschluss der Öffentlichkeit astronomische Summen zuschanze, müsse Einhalt geboten werden.

Live-Ticker aus dem Gerichtssaal

Ebenfalls gegen das Management votieren auch diejenigen, denen es nicht um eine politische oder moralische Auseinandersetzung geht, sondern lediglich um den Schutz von Anlegergeldern und Aktionärsinteressen. 29 Prozent der Votes im mm.de-Stimmungsbarometer machten sich bisher die Aussage "der gefährlichste Wirtschaftsstraftäter ist der Manager aus dem eigenen Unternehmen" zu eigen.

Auch um diesen Satz zu widerlegen, wird Esser am morgigen Mittwoch ab 9.00 Uhr seine Schilderung der Dinge im Landgericht Düsseldorf fortsetzen. Wie bereits zum Prozessauftakt wird manager-magazin.de Sie auch weiterhin mit einem Live-Ticker aus dem Gerichtssaal auf dem Laufenden halten, wenn der ehemalige Mannesmann-Vorsteher zu seiner Entlastung aus dem Nähkästchen der Unternehmensführung plaudern wird. Wenn Sie danach Ihre Meinung über die "Rennpferde" - so ein Verteidiger über die Angeklagten - der deutschen Wirtschaft getroffen haben sollten, können Sie dieses gerne im Stimmungsbarometer zum Ausdruck bringen.

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