ABB Verluste auf Rekordniveau

Jürgen Dormann ist mit seinem Latein offensichtlich am Ende. Trotz intensivster Sanierungsbemühungen muss ABB im abgelaufenen Geschäftsjahr mit Rekordverlusten rechen. Schwarze Zahlen prognostiziert Dormann für das Jahr 2004.

Genf - Der schwedisch-schweizerische Technologiekonzern ABB rechnet für 2003 wieder mit einem Verlust in der Größenordnung des Rekordminus von 787 Millionen Dollar aus dem Vorjahr.

Trotz guter Fortschritte im Kerngeschäft werde ABB einen Verlust ausweisen, sagte ABB-Chef Jürgen Dormann der "Neuen Zürcher Zeitung am Sonntag". Das Minus bewege sich etwa im Rahmen des Vorjahres.

Dormann hatte noch im vergangenen Sommer für das Geschäftsjahr 2003 schwarze Zahlen angekündigt, sich aber bereits im Herbst von diesem Ziel verabschieden müssen. Bereits anch dem dritten Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres war ein Fehlbetrag von 379 Millionen Dollar aufgelaufen. ABB-Finanzchef Peter Voser sagte damals, es sei "äußerst unwahrscheinlich", in diesem Jahr (2003) aus der Verlustzone herauszukommen.

Buchverluste bei Teilverkäufen

Zudem habe das Unternehmen bei den Verkäufen des schwedischen Rückversicherungsgeschäfts Sirius, Teilen der Gebäudetechnik und großen Teilen der Division Öl, Gas und Petrochemie (OGP) Buchverluste erlitten, sagte ABB-Sprecher Thomas Schmidt am Sonntag auf Anfrage. Den Geschäftsbericht für 2003 will ABB am 19. Februar vorlegen.

ABB habe bei seinem Amtsantritt im September 2002 "sehr nahe am Abgrund gestanden", sagte Dormann weiter. "Es gibt nunmehr keine Risiken, die die Firma in ihren Grundfesten erschüttern könnten." Für 2004 hatte Dormann nun die Rückkehr in die Gewinnzone angekündigt.

Ende 2004 will er sein Amt abgeben. Die Machtkonzentration im Doppelamt - Dormann ist zugleich Verwaltungsratspräsident - sei nicht gut: "Deshalb trennt der Verwaltungsrat die Aufgaben wieder, sobald ein Nachfolger gefunden worden ist. Ich erwarte dies im zweiten oder dritten Quartal", sagte Dormann.