Biermarkt Carlsberg erwartet steigende Preise

Gerade kündigt die dänische Carlsberg-Brauerei die Übernahme der Hamburger Holsten-Gruppe an, da spricht sie schon weiteren Zukäufen in Deutschland. Doch durch die Konzentration auf dem deutschen Markt könnte Bier langfristig teurer werden.

Berlin - Der Deutschland-Chef von Carlsberg, Wolfgang Burgard erwartet nach der Übernahme von Holsten  einen Anstieg des Bierpreises. Der Tageszeitung "Die Welt" sagte er: "Die Ausländer haben kein gestörtes Verhältnis zum Geldverdienen. Wenn die abgesetzte Menge nicht steigt, muss die Folge ein steigender Preis sein".

Er gehe davon aus, dass der Konzentrationsprozess auf dem deutschen Brauerei-Markt fortgesetzt wird, sagte Burgard. Die zehn größten Brauereigruppen hätten in Deutschland einen Marktanteil von gerade 70 Prozent, viel weniger als in anderen Branchen. Die übrigen 30 Prozent oder 30 Millionen Hektoliter teilten sich über 1.000 Brauereien. Allein dieses Drittel wäre nach Deutschland und Großbritannien der drittgrößte europäische Biermarkt, sagte der Manager. Zu weiteren Übernahmen durch Carlsberg äußerte sich Burgard zurückhaltend. Das Unternehmen habe für die kommenden ein oder zwei Jahre mit der Eingliederung von Holsten genug zu tun.

Der dänische Chef der Carlsberg-Brauerei, Nils Smedegaard Andersen, hatte zuvor der Tageszeitung "Boersen" gesagt, das Unternehmen sei an weiteren Brauereien in Deutschland interessiert: "Es ist klar, dass wir uns nach neuen Investitionen in Deutschland umsehen, und die Übernahme von Holsten schafft einen weiteren Wachstumsanreiz", sagte Andersen.

Erst tags zuvor hatte Carlsberg die Übernahme der Holsten-Gruppe angekündigt. Geplant sei die Zahlung eines Kaufpreises von 38 Euro je Stückaktie, hieß es. Das Unternehmen habe durch entsprechende Vereinbarungen mit Aktionären der Holsten-Brauerei - darunter Großaktionär Christian Eisenbeiss, der 48,37 Prozent der Anteile hält - den Erwerb von 51 Prozent der Aktien im Rahmen des Angebots sichergestellt.

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