Wella "Der Plan liegt in der Schublade"

Der US-Konsumgüterkonzern Procter & Gamble will laut Medienberichten Teile des Wella-Geschäfts seiner Deutschland-Zentrale im hessischen Schwalbach zuschlagen.

Hamburg - Nach der mehrheitlichen Übernahme der Kosmetikfirma Wella  will Procter & Gamble (P&G)  nach Informationen der "Financial Times Deutschland" Teile der Wella-Geschäfte seiner Deutschland-Zentrale zuschlagen. Entsprechende Pläne gebe es für die Verwaltung des Deutschland-Geschäfts mit Produkten wie Shampoos für den Einzelhandel, zitierte die Zeitung in ihrer Montagausgabe einen Insider unter Berufung auf Informationen aus dem Management.

"Die Verlagerung des deutschen Consumer-Geschäfts in die deutsche P&G-Zentrale nach Schwalbach ist bereits durchorganisiert", sagte der Firmenkenner der Zeitung. "Es gibt ein Organigramm mit der zukünftigen Struktur des zusammengelegten Geschäfts, mit Hierarchien und Kästchen für einzelne Führungspositionen. Da können sich P&G- und Wella-Angestellte drauf bewerben. Und es gibt einen mit dem Betriebsrat verhandelten Sozialplan, der liegt in der Schublade."

Außerordentliche Hauptversammlung im Februar

Wella wollte sich dazu zunächst ebenso wenig äußern wie der Betriebsrat. Eine P&G-Sprecherin sagte, es gebe bisher keine Entscheidungen. "Wenn Sie sich Möglichkeiten der Kooperation anschauen, dann wird es wahrscheinlich Überschneidungen geben, aber es ist zu früh, darüber zu spekulieren."

Die Pläne dürften laut dem Bericht den Streit mit den rebellierenden Minderheitsaktionären anheizen, die noch Wella-Anteile halten. Im Kern geht es dabei um die Frage, ob beide Firmen nur eine Kooperation betreiben - oder ob P&G Wella in die eigene Konzernstruktur einverleibt. Die Minderheitsaktionäre werfen P&G vor, Wella widerrechtlich einfach zu schlucken, obwohl beide formell noch Wettbewerber sind. Darum geht es auch auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 3. Februar.