Transrapid Big Trouble in China

Laut eines ARD-Berichts hat die chinesische Regierung kein Interesse mehr an einer weiteren Magnetzug-Strecke im Reich der Mitte. Das deutsche Transrapid-Konsortium dementiert.

Berlin/München - Die chinesische Regierung hat nach Angaben des Transrapid-Konsortiums noch keine Entscheidung über den Bau der Fernverbindung zwischen Peking und Schanghai gefällt. Anders lautende Medienberichte seien falsch, sagte Transrapid-Sprecher Peter Wiegelmann am Donnerstag. "Wir gehen weiter davon aus, in China über die Strecke zum Flughafen Shanghai hinaus zum Zuge zu kommen", betonte Wiegelmann. Auf Nachfrage von manager-magazin.de sagte auch eine Siemens-Sprecherin: "Unserem Unternehmen liegen keine Informationen über eine Grundsatzentscheidung vor."

Die ARD hatte zuvor berichtet, dass sich die Regierung gegen den Bau einer weiteren Transrapid-Strecke entschieden habe. Die Entscheidung sei zugunsten einer modernen Schienen-Verbindung gefallen, berichtete die ARD unter Berufung auf ihren Korrespondenten in Peking.

Das Transrapid-Konsortium ThyssenKrupp  und Siemens  erhofft sich von der 30 Kilometer langen Referenzstrecke in Schanghai Folgeaufträge in China. Interessant sind die 190 Kilometer lange Strecke von Shanghai nach Hangzhou. Im Gespräch ist aber auch ein Transrapid für die 300 Kilometer zwischen Schanghai und Nanjing.

Die Chancen auf die prestigeträchtige Fernverbindung zwischen der chinesischen Hauptstadt und der Wirtschaftsmetropole Schanghai stehen allerdings schlecht. Das chinesische Eisenbahnministerium sprach sich bereits gegen die Magnetschwebebahn auf der 1300 Kilometer lange Strecke aus.

Die geplanten Kosten für die Strecke liegen laut früheren Angaben bei 130 Milliarden Yuan (13,7 Milliarden Euro). Das Projekt soll in fünf bis sechs Jahren abgeschlossen werden.