HVB-Group Ausverkauf gestoppt

Mit kräftigen Kursaufschlägen hat die Börse die Absicht der HypoVereinsbank honoriert, sich nicht von der Fondsgesellschaft Activest und der österreichischen Schoellerbank zu trennen.

Frankfurt - Die Aktien der HypoVereinsbank (HVB)  kletterten bis zum Nachmittag um 2,9 Prozent auf 19,50 Euro, während der Dax  nur um 1,2 Prozent auf 4.045 Zähler zulegte.

Bewerte der Finanzmarkt Unternehmensbeteiligungen positiv, werde deren Festhalten auch positiv honoriert, sagte ein Händler. Normalerweise reagieren Aktien bei Beteiligungsverkäufen und deren Ankündigung mit Kursgewinnen, weil damit die Hoffnung auf Gewinn trächtige Neuinvestitionen oder Sonderausschüttungen verbunden ist.

Die Hoffnung auf eine Fusion der HypoVereinsbank mit der Commerzbank  spiele hingegen keine Rolle, sagte der Händler. Ansonsten müsste der Commerzbank-Kurs als die zu übernehmende Bank stärker steigen. Eine überspitzte Darstellung sah auch Analyst Alexander Plenk von der Bankgesellschaft Berlin in einem Bericht der "Financial Times deutschland". In diesem hieß es, HVB-Chef Dieter Rampl biete Konkurrenten die Fusion an. Dies werde durch das Zitat nicht gedeckt, sagte Plenk.

Spürbare Kehrtwende

"Die HypoVereinsbank will es allein schaffen", interpretierte Analyst Plenk die Ankündigung der Bank, sich entgegen früherer Aussagen nicht von Activest und Schoellerbank zu trennen. Gelinge die Verbesserung der Ertragslage nicht im gewünschten Maße, könnte die Fondstochter in einem Jahr noch immer verkauft werden. Die Schoellerbank sei eine angesehene Privatbank in Österreich und liege damit im Kernmarkt der HVB. "Ich hätte mich gewundert, wenn sie die Bank verkauft hätten."

In einer Ersteinstufung setzte am Morgen Analyst David Williams von Morgan Stanley  die Aktie auf "Equal-Weight". Der HVB-Group sei eine spürbare Kehrtwende gelungen.