Auto-Absatz 2004 wird zur Verjüngungskur

Im Schnitt 7,5 Jahre alt sind die Autos auf deutschen Straßen – ein Negativ-Rekord. Der Branchenverband VDA erwartet aufgrund der Überalterung und erhoffter Konjunkturbelebung durch geänderte Steuern für 2004 endlich ein Wachstum auf dem Inlandsmarkt – nach vier Minus-Jahren.

Frankfurt/Main - Die Automobilindustrie stellt sich nach vier Jahren rückläufiger Verkäufe in Deutschland 2004 auf eine Trendumkehr ein. Nachdem auch 2003 die Pkw-Neuzulassungen um rund 0,5 Prozent geschrumpft sind, rechnen sowohl der Branchenverband VDA als auch die Importeure mit einem Absatzplus von 3,6 Prozent auf 3,35 Millionen Autos.

Dabei setzen die Autohersteller auf die Auswirkungen der Steuerreform und vor allem auf das hohe Durchschnittsalter des Pkw-Bestandes, der mit mehr als 7,5 Jahren einen Rekordstand erreicht hat.

Die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit, die Senkung der Kilometerpauschale und die finanziellen Belastungen aus der Gesundheitsreform würden aber nur eine langsame Belebung zulassen, prognostizierte der Verband der Importeure von Kraftfahrzeugen (VDIK) in Frankfurt. Das durchschnittliche jährliche Marktvolumen von 3,5 Millionen neu zugelassener Pkw werde voraussichtlich erst in den kommenden Jahren wieder erreicht.

Ausländische Anbieter machen Boden gut

Angesichts dieser Bremseffekte muss sich die Autobranche auf eine weitere Verschärfung der Rabattschlachten um neue Kunden einstellen. Das Motto "Geiz ist geil" habe mittlerweile auch das Autogeschäft voll erfasst, klagte der europäische Suzuki-Chef und VDIK- Vizepräsident Peter Verloop. Die von hoher Unsicherheit geprägte Kaufzurückhaltung sei immer noch nicht gebrochen.

2003 gehörten die Importeure eindeutig zu den Gewinnern auf dem inländischen Pkw-Markt. Sie erzielten einen Rekord-Marktanteil von 35,4 (2202: 34) Prozent. Dies ging zu Lasten der deutschen Anbieter. Nach Angaben der Verbandes der Automobilindustrie (VDA) sind die Neuzulassungen insgesamt um 0,5 Prozent auf 3,25 Millionen Wagen zurückgegangen. Der VDIK mit seinen 32 Mitgliedsfirmen rechnet sogar mit einem Schwund von 0,6 Prozent auf 3,235 Millionen Pkw.

In diesem härtesten europäischen Markt steigerten dagegen die ausländischen Anbieter ihren Absatz um 3,7 Prozent auf 1,145 Millionen Autos. Vor allem die französischen und japanischen, aber auch die koreanischen Marken sowie die Volkswagen -Töchter Skoda und Seat konnten Boden gut machen. Fiat  und die schwedischen Hersteller Volvo und Saab fielen dagegen deutlich zurück.

Golf und Astra als Hoffnungsträger

Viele ausländischen Anbieter profitierten angesichts knapper Haushaltskassen vom Trend zu kleineren Fahrzeugen mit weniger Ausstattung - aber günstigem Preis.

Die Aufholrallye der Importeure dürfte allerdings 2004 vorüber sein. Vor allem der neue VW-Golf und der im Frühjahr kommende Opel- Astra werden das Kräfteverhältnis wieder zu Gunsten der inländischen Hersteller verschieben. Der Importeurs-Verband VDIK stellt sich deshalb auf einen Rückgang des Marktanteils unter 35 Prozent ein.

Nicht für eine Überraschung aber für ein kleines positives Signal sorgen die Dezember-Zahlen. Nach den vorläufigen VDA-Angaben stieg die Zahl der Neuzulassungen im Dezember um ein Prozent auf 231.000 Pkw.

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