Donnerstag, 22. August 2019

Beamtenbund Strafe für Faulenzer im Amt

Peter Heesen macht sich Gedanken um das Image seines Berufsstandes. Der Beamtenbund-Chef droht faulen Kollegen in den Amtsstuben mit Herunterstufung. Auch Fortbildungsverweigerer müssen sich in Acht nehmen.

Berlin - Der Vorsitzende des Deutschen Beamtenbundes (dbb), Peter Heesen, spricht sich dafür aus, die Beamten nach Leistung zu bezahlen. "Wir brauchen eine leistungsgerechte Bezahlung", sagte Heesen der "Berliner Zeitung" (Freitagausgabe). Sie erhöhe Motivation und den Anreiz zur Arbeit, sagte der DBB-Chef der "Berliner Zeitung". Zugleich müsse "heruntergestuft" werden, wer "dauerhaft selbst verschuldet schlechte Leistungen bringt." Bei solchen "faulen Beamten" brauche man mehr Möglichkeiten der Intervention.

Beamtenbundchef Heesen: "Nachteile in Kauf nehmen"
Heesen machte sich zugleich dafür stark, dass auch Beamte sich an flexiblere Arbeitszeiten gewöhnen. "Dadurch könnten wir erreichen, dass Ämter länger geöffnet haben, ohne dass dies für den einzelnen Beamten zu Mehrarbeit führt."

"Den Horror kriegen"

Zugleich bemühte sich der Beamtenchef aber, die Privilegien seines Berufsstandes zu verteidigen. Heesen wandte sich etwa gegen Forderungen nach Abschaffung des Berufsbeamtentums.

Er wies auch Forderungen jüngerer SPD-Abgeordneter zurück, den Lehrer nicht mehr zu verbeamten. Der Staat hätte höhere Ausgaben, so Heesens Berechnung, wenn er die Stelle eines Beamten durch einen Angestellten ersetzen würde. Das Gleiche gelte für die Einbeziehung der Beamten in die gesetzliche Renten- und Krankenversicherung. "Die Finanzminister würden einen Horror kriegen", sagte Heesen.

Zudem forderte der Verbandschef ein Recht auf Fortbildung für Beamte. "Nur so kann die Qualität steigen." Wer davon nicht Gebrauch mache, der müsse allerdings "Nachteile in Kauf nehmen, etwa bei der Beurteilung und damit bei der Beförderung".

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